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Berufsausbildung

DGB fordert Novellierung des Berufsbildungsgesetzes

05. September 2016
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Quelle: industrieblick_Dollarphotoclub

Fast 60 Prozent der Auszubildenden kommt krank zur Arbeit, ein Drittel leistet Überstunden, jeder Zehnte übt regelmäßig ausbildungsfremde Tätigkeiten aus. Eine fachliche Anleitung durch den Ausbilder findet oft nicht mehr statt. So die erschreckenden Ergebnisse des Ausbidungsreports der DGB-Jugend 2016. Höchste Zeit, das Regelwerk zu novellieren. In das Gesetz gehöre auch ein Anspruch auf betriebliche Ausbildungspläne, so der DGB.


Einem Drittel der Auszubildenden (33,6 Prozent) liegt kein betrieblicher Ausbildungsplan vor, eine Überprüfung der Ausbildungsinhalte ist Azubis daher nicht möglich. Über die Hälfte sind durch schlechte Ausbildungsbedingungen und -anforderungen am Ausbildungsplatz stark belastet. Die meisten Auszubildenden (71,7 Prozent) sind dennoch mit ihrer Ausbildung zufrieden. Hier gibt es allerdings erhebliche Branchenunterschiede: Mechatroniker, Industriekaufleute und Zerspanungsmechaniker sind über Durchschnitt zufrieden. Fachverkäufer des Lebensmittelhandwerks, Zahnmedizinische Fachangestellte, Malerinnen sowie Auszubildende in Teilen des Hotel- und Gaststättenbereichs bewerten ihre Betriebe hingegen mangelhaft.

Mehr Ausbildungsplätze für Hauptschüler

»Wer über unbesetzte Ausbildungsplätze klagt, muss qualitativ gute Ausbildungsplätze mit Perspektive anbieten. Der Report belegt erneut, dass gerade die Branchen über Azubi-Mangel klagen, die seit Jahren für ihre schlechten Ausbildungsbedingungen bekannt sind. Hier sollte der Gesetzgeber mit Novelle des Berufsbildungsgesetzes endlich einschreiten«, so die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. Die Arbeitgeber müssten weg von der Bestenauslese und wieder mehr Ausbildungsplätze auch für Hauptschülerinnen und -schüler anbieten.

Rechtlicher Anspruch auf betrieblichen Ausbildungsplan

DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller sieht die Politik in der Pflicht: »Wenn die Betriebe es nicht hinbekommen die duale Ausbildung zu verbessern, muss die Politik handeln. Um die Ausbildungsqualität in allen Branchen zu steigern, muss das Berufsbildungsgesetz novelliert werden. In das Gesetz gehört ein rechtlicher Anspruch auf einen betrieblichen Ausbildungsplan der die Inhalte der Ausbildung regelt, sowie eindeutige Vorschriften, um Überstunden zu vermeiden. Es ist ein Armutszeugnis, wenn Druck, Stress und schlechte Ausbildungsbedingungen für sehr viele junge Menschen schon am Anfang ihres Arbeitslebens stehen.« An der repräsentativen Befragung haben sich 13.603 Auszubildende aus den laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 häufigsten Ausbildungsberufen beteiligt. Den vollständigen Ausbildungsreport 2016 finden Sie hier.

Quelle:

PM des DGB Nr. 084 vom 01.09.2016 © bund-verlag.de (ls)
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