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Arbeitszeit

Im Homeoffice fällt Männern das Abschalten schwerer

16. August 2017
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Quelle: undrey_Dollarphotoclub

Flexible und selbstbestimmte Arbeitszeiten fördern Beschäftigung und Beschäftigte, heißt es. Sie seien kinder- und familienfreundlich und daher auch gut für die Motivation der Arbeitenden. Aber eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt: Zuviel Flexibilität ist ganz einfach zuviel.

Extrem flexible Arbeitszeiten gehen häufig zulasten der Beschäftigten – mit unterschiedlichen Folgen für Frauen und Männer. Das zeigt eine neue Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung. Selbstbestimmung könne eine Einladung zur Selbstausbeutung sein, so das Fazit der Analyse von Dr. Yvonne Lott, der die Angeben von etwa 10.000 Personen zugrunde liegt (Yvonne Lott: »Selbst organisiertes Arbeiten als Ressource für Beschäftigte nutzen!«, Policy Brief der Forschungsförderung in der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 3, Juli 2017).

Flexibilität erzeugt Unsicherheiten

Die Auswertung zeigt unter anderem, dass Homeoffice-Nutzer mit einer Wahrscheinlichkeit von 45 Prozent –  das ist doppelt so häufig wie bei Beschäftigten, die nie zu Hause arbeiten – Probleme haben, nach dem Arbeitstag abzuschalten. Die Grenzen zwischen Job und Privatem verschwimmen bei ihnen offenbar besonders leicht, so die Vermutung.

Sind die Arbeitszeiten völlig frei wählbar, dann fällt es Beschäftigten schwerer zur Ruhe zu kommen, als das bei geregelten Arbeitszeiten ist. Vor allem Männer hätten damit Probleme. Frauen kommen dagegen ins Straucheln, wenn Arbeitszeiten kurzfristig geändert werden und die Planbarkeit des Tagesablaufs dadurch erschwert wird.

Aufgrund dieser Erkenntnisse sei die weitere Deregulierung der Arbeitszeitbestimmungen äußerst kritisch zu sehen, sagt Studien-Autorin Lott. Neben den negativen Konsequenzen für die Work-Life-Balance könnten die völlige Arbeitszeitautonomie auch die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern fördern, da eine Seite – zumeist die Frauen – dem Partner den Rücken frei halten müsste.

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Dennoch hält Lott noch mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit grundsätzlich für vertretbar. Es müsse aber klare Regeln geben: zeitliche Obergrenzen, Zeiterfassung, realistische Vorgaben für das Arbeitspensum, genug Personal und Vertretungsregeln sowie Fortbildungen für Beschäftigte und Vorgesetzte. Seien solche Rahmenbedingungen geschaffen, sei auch ein Recht auf Homeoffice, denk- und umsetzbar. © bund-verlag.de (mst)
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