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Arbeitsverhältnis

Narzisstische Chefs fördern die Karriere

25. November 2016
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Quelle: WavebreakMediaMicro_Dollarphotoclub

Wenn die Chemie mit dem Vorgesetzten nicht stimmt, kann das leicht ein Karrierekiller sein. Allerdings muss nicht jede Charaktereigenschaft des Chefs nachteilig sein, auch wenn sie einem selbst ein Dorn im Auge ist. Das zeigt eine Studie der Universität Bamberg. Narzisstische Eigenarten eines Vorgesetzten können sich positiv auf Gehalt und Beförderung auswirken. Der Grund: Selbstverliebte Chefs suchen Anerkennung und wollen Mitarbeiter an sich binden.

Gelassenheit, Geduld und Gerechtigkeit – diese Eigenschaften wünschen sich Angestellte von ihrem Chef. Nicht beliebt sind dagegen egoistisches, impulsives und manipulatives Verhalten. Wie viel Einfluss das Verhalten des Vorgesetzten gegenüber Angestellten tatsächlich hat, zeigt jetzt eine neue Studie der Bamberger Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie von Prof. Dr. Judith Volmer und Iris Koch. Das Ergebnis der Befragung: bestimmte unbeliebte Persönlichkeitsmerkmale von Vorgesetzten können zu geringer Arbeitszufriedenheit und Nachteilen in den Karrierechancen bei Beschäftigten führen. Das ist aber nicht immer so: Gerade ein narzisstischer Chef kann – so die Ergebnisse der Studie – auch positive Auswirkungen auf Beschäftigte haben.

Narzissten haben hohes Bedürfnis nach Anerkennung

»In der Psychologie werden die unerwünschten und unbeliebten Charaktermerkmale Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus in dem Persönlichkeitskonstrukt der sogenannten Dunklen Triade zusammengefasst«, so Koch. Narzissten hätten ein hohes Bedürfnis nach Anerkennung von anderen während Psychopathen dazu neigten, impulsiv zu handeln und machiavellistische Personen sich manipulativ und kalkulierend im Umgang mit anderen verhielten.

Die Arbeitspsychologinnen befragten insgesamt 811 Personen. Die meisten von ihnen waren in der Gesundheits- oder Dienstleistungsbranche tätig. In einer ersten Befragung sollten die Teilnehmer, in einem Fragebogen die Persönlichkeit ihrer direkten Vorgesetzten einschätzen. Nach rund drei Monaten wurden die Befragten zu ihrem eigenen Karriereerfolg und dem Wohlbefinden im Arbeitsumfeld befragt. Gefragt wurde u.a. nach der Wertschätzung durch den Vorgesetzten oder Stress im Job. Die Ergebnisse überraschten die Arbeitspsychologinnen: Manche Charaktereigenschaften der »Dunklen Triade« hingen sogar positiv mit dem Karriereerfolg zusammen.

»Vor allem narzisstische Charaktermerkmale bei Vorgesetzten hatten positive Auswirkungen auf die Höhe des Gehalts und die Chance auf Beförderungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Wohlbefinden im Unternehmen bei Beschäftigten nimmt zudem auch nicht ab, wenn Führungskräfte zu Narzissmus tendieren«, so Volmer. Der Grund: Narzisstische Personen streben nach positiven Beziehungen zu qualifizierten Beschäftigten, um von ihnen anerkannt zu werden, Selbstwertbestätigung zu erhalten und diese zukünftig an sich zu binden.

Führungskräfte mit psychopathischen Eigenschaften behindern Karriere

Doch nicht alle Charaktermerkmale der »Dunklen Triade«, wirken so positiv im Unternehmen. Führungskräfte mit psychopathischen oder machiavellistischen Eigenschaften seien dafür verantwortlich, dass Mitarbeiter seltener mit ihrer Arbeit zufrieden sind und ihre eigenen Karriereaussichten und Erfolg im Unternehmen geringer einschätzten. Die Forscher erklären das damit, dass diese Vorgesetzten Erfolge für sich selbst beanspruchen und die Bedürfnisse der Mitarbeiter vernachlässigen.

Geringes Wohlbefinden bei der Arbeit führt zu Burnout

»Geringes Wohlbefinden und damit einhergehende emotionale Erschöpfung können das Burnout-Syndrom begünstigen«, warnt Koch. Damit könne die Persönlichkeit des Vorgesetzten die eigene Gesundheit beeinträchtigen und schädigen. »Diese Erkenntnisse können auch für Präventionsangebote von Nutzen sein.« Quelle: Universität Bamberg, aktuelle Meldung vom 11.10.2016 »Arbeitsrecht im Betrieb« (AiB) 12/2016, Magazin, S. 7 © bund-verlag.de (ls)
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