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Pendlerpauschale

Pilotin bleibt steuerlich am Heimatflughafen

05. Januar 2017
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Quelle: © The Photos / Foto Dollar Club

Die »erste Tätigkeitstätte« eines Piloten ist der Flughafen, an dem er stationiert ist. Die Entfernungspauschale wird seit dem 1.1.2014 nur noch für Fahrten zwischen dem Wohnsitz und eben diesem Flughafen anerkannt. Dies entschied das Finanzgericht Hamburg im Falle einer Pilotin, die international fliegt. Sie hatte verlangt, ihre Fahrtkosten weiterhin nach Dienstreisegrundsätzen anzuerkennen.

Bis 2013 wurden Fahrten als Dienstreisen anerkannt

Die Klägerin war als Copilotin im internationalen Flugverkehr tätig. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist ein Flugzeugführer schwerpunktmäßig in einem Flugzeug und damit auswärts tätig. Ein Flugzeug sei nicht ortsfest und damit keine »regelmäßige Arbeitsstätte«, wie es das Gesetz für die Anwendung der Entfernungspauschale vorsah. Aufwendungen für Fahrten zwischen der Wohnung und dem Heimatflughafen waren daher nicht in Höhe der Entfernungspauschale, sondern nach Dienstreisegrundsätzen als Werbungskosten abzugsfähig.

Finanzamt akzeptiert nur noch Entfernungspauschale

Die Klägerin war der Meinung, diese Grundsätze würden auch noch nach Änderung des Gesetzes zum 1.1.2014 gelten, in dem nunmehr auf die »erste Tätigkeitsstätte« abgestellt wird. Das Finanzamt war hingegen der Ansicht, »erste Tätigkeitsstätte« sei der Heimatflughafen, der der Klägerin im Arbeitsvertrag zugewiesen worden war. Der 6. Senat folgte der Auffassung des Finanzamtes und wies die Klage ab.

Heimatflughafen als Arbeitsstätte

Nach Auffassung des Gerichtes spielt es keine Rolle, dass Luftfahrtunternehmer gesetzlich verpflichtet seien, den Flugzeugführern einen Heimatflughafen zuzuweisen, an dem die Einsätze regelmäßig begonnen und beendet würden. Entscheidend sei, dass die Arbeitgeberin die Zuordnungsentscheidung tatsächlich und dauerhaft getroffen habe und die Klägerin sich in ihrer privaten Lebensgestaltung darauf hätte einrichten können. Der Umfang der am Flughafen zu erbringenden Vor-und Nachbereitung der Flugeinsätze reiche aus, um den Flughafen als »Tätigkeitsstätte« zu bezeichnen. Ob es auch ausreichen würde, wenn an diesem Flughaften nur Krankmeldungen und Ähnliches abzugeben seien, konnte das Gericht offen lassen.

Grundsatzentscheidung für Flugpersonal

Bei dem Urteil handelt es sich, soweit ersichtlich, um die erste finanzgerichtliche Entscheidung zum Begriff der ersten Tätigkeitsstätte bei fliegendem Personal und um ein Musterverfahren für zahlreiche andere, derzeit noch ruhende Verfahren.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Das Gericht hat daher in seinem Urteil die Revision zugelassen. Die Revision ist beim BFH unter Aktenzeichen VI R 40/16 anhängig.

© bund-verlag.de (ck)

 
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