Nominiert für den Deutschen Betriebsräte-Preis 2020

Betriebsrat der B. Braun Melsungen AG
► Projekt: "Arbeiten in der Pandemie - mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit"

Daten und Stichworte zum Projekt

Projekt:

Arbeiten in der Pandemie - mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Bewerber/in: Betriebsrat B. Braun Melsungen AG
Beschäftigtenzahl: mehr als 1000
Branche: Medizintechnik
Gewerkschaften: IG BCE

 

Stichworte zum Projekt

  • Pandemie stellt Hersteller von Medizintechnik vor erhöhte Anforderungen in der Herstellung und beim Schutz der Belegschaft
  • Betriebsrat vereinbart umfangreiches Maßnahmenpaket, um Produktionssteigerung und gleichzeitig Sicherheit der Mitarbeiter zu erreichen
  • Hohe Zufriedenheit in Belegschaft mit Hygiene- und Produktionsmaßnahmen

Motiv

Mit Beginn der Corona-Pandemie setzt sich der Betriebsrat das Ziel, gemeinsam mit dem Unternehmen umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer zu entwickeln und in der laufenden Produktion zu realisieren. Als Medizintechnikhersteller, der gerade in der Krise benötigte Gesundheitsartikel herstellt, bestand die Herausforderung darin, Infektionsherde innerhalb des Betriebs zu verhindern, die Gesundheit der Beschäftigten zu sichern und gleichzeitig die hohe Nachfrage nach Produkten zu befriedigen.

Vorgehen

Direkt zu Beginn der Pandemie konnte schnell ein Krisenstab gebildet werden, da bereits erste Erfahrungen durch SARS im Jahr 2002 bestanden. Dieser tritt regelmäßig in digitalen Meetings zusammen, um sich über die aktuellen Geschehnisse zu beratschlagen. Teil dieses Krisenstabs ist der Betriebsrat, um auch hier die Mitbestimmungsprozesse zu sichern. B. Braun kann daher in Abstimmung mit dem Betriebsrat verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Belegschaft umsetzen. So wurden in den Produktionsbereichen zum Teil umfangreiche Anpassungen bei den Schichtsystemen vorgenommen, um die Kontakthäufigkeit der Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten und die Abstandsregeln zu wahren. Darüber hinaus wurden weitere Regelungen und Maßnahmen vereinbart, u.a. für die Bereiche Arbeitsgestaltung, Dienstreisen und digitale Besprechungen. Alle Maßnahmen wurden befristet und entsprechen der neuen Rahmenbedingungen angepasst bzw. verlängert..

Ergebnisse

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnten damit Infektionsherde im Betrieb vermieden werden. Die Produktion des Unternehmens stellte die Versorgung der Bestandskunden sicher und konnte gleichzeitig gesteigerte Mengen liefern. In der Belegschaft gibt es ein hohes Maß an Zufriedenheit zu den getroffenen Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen. Trotz Zusatzbelastungen ist eine Steigerung der Gesundheitsquote im Unternehmen zu verzeichnen.