Nominierung Deutscher Betriebsräte-Preis 2017

Projekt: Unser Saarland hat ein Herz aus Stahl
Bewerber/in: Konzernbetriebsrat der Saarstahl AG
Beschäftigtenzahl: ca. 7.000
Branche: Stahlindustrie
Gewerkschaften: IG Metall

 

Stichworte zum Projekt

  • CO2-Reduktion, Stahl-Importe und EEG-Abgabe verschärfen Wettbewerbssituation
  • Betriebsräte entwickeln breit angelegte, emotionale Kampagne
  • Projekt sorgt für bundesweite Debatte über den Erhalt der Stahlindustrie

Motiv

Die Saarländische Stahlindustrie ist der größte Arbeitgeber des Saarlandes. Seit Anfang des Jahres 2016 steht die Saarstahl AG vor der wichtigsten Herausforderung in der mehr als 150 jährigen Firmengeschichte. Das auf dem Weltklimagipfel vereinbarte Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung und die damit verbundene Reduktion des CO2-Ausstosses beinhalten Investitionen in Umweltmaßnahmen, von denen die Konkurrenz in den Schwellenländern China und Indien befreit ist. Hinzu kommen steigender Druck durch Stahl-Importe aus China und die sogenannte EEG-Abgabe.

Vorgehen

Das Gremium entwickelte zusammen mit der IG Metall die Kommunikations- und Medienkampagne „Unser Saarland hat ein Herz aus Stahl“. Es wurden dabei positive Handlungsoptionen aufgezeigt, um die sehr weitreichenden Konsequenzen des kommenden Emissionshandelsgesetzes zu verhindern. Dabei sollte das Thema breit und auf den verschiedensten medialen Kanälen in einer vorwiegend emotionalen Ansprache kommuniziert und breite Bevölkerungskreise angesprochen werden. Die Betriebsräte holten dafür auch die Unterstützung der Wirtschaftsvertreter und Politiker auf Landes- und auf Bundesebene ein, sammelten Unterschriften und entwickelten zudem einen eigenen Song.

Ergebnisse

Zu einem Stahlaktionstag konnten im Saarland über 20.000 Menschen mobilisiert werden, um für den Erhalt der Stahlindustrie zu werben. Die Betriebsräte demonstrierten vor dem Europaparlament in Brüssel und Straßburg mit zahlreichen Belegschaftsmitgliedern. Fast monatlich erfolgen Treffen mit den führenden Politikern im Saarland. Durch die aufmerksamkeitsstarken Aktionen schafften es die Betriebsräte, dass die Diskussion um die Stahlindustrie in aller Munde ist und in Form einer „Stahldebatte“ für den Erhalt dieses Industriezweiges geführt wird.