2.4 Frühberentungen infolge psychischer Störungen

Im Jahr 2015 gingen in Deutschland 172 921 Menschen infolge einer Erwerbsminderung vorzeitig in die Rente, das war etwa jeder 6. Rentenzugang (2014: 169 281 Zugänge). Das durchschnittliche Rentenzugangsalter bei Erwerbsminderung lag im Jahr 2015 bei den Frauen bei 51,2 Jahren und bei den Männern bei 52,1 Jahren. Bei krankheitsbedingter Frühberentung infolge psychischer Störungen liegt es mit etwas über 49 Jahren noch darunter.

74 234 Menschen gingen 2015 infolge einer psychischen Störung vorzeitig in Rente (2014: 72 972) (Abb. 49). Das ist ein Anteil von inzwischen ca. 43% an allen Erwerbsminderungsrenten.

 

Bereits seit 2005 sind die psychischen Störungen die größte Diagnosegruppe unter den krankheitsbedingten Frühberentungen, und bis 2013 ist die Fallzahl dieser Diagnosen gestiegen, gegen den rückläufigen Trend bei den krankheitsbedingten Frühberentungen insgesamt. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Verlauf der Rate je 100 000 aktiv Versicherte (Abb. 50).

Lange Zeit standen die Muskel-Skelett-Erkrankungen an erster Stelle der Diagnosehäufigkeit bei den Frühberentungen. Ihr Anteil hat sich seit 1996 etwa halbiert. 2015 haben Neubildungen die Muskel-Skelett-Erkrankungen vom zweiten auf den dritten Rang verdrängt. Frauen sind insgesamt stärker betroffen als Männer, dies gilt insbesondere auch für die psychischen Störungen. Bei den Männern betrug 2015 der Anteil der psychischen Störungen bei den krankheitsbedingten Frühberentungen 36,7%, bei den Frauen hingegen 49,1%.

Lothar Schröder, u.a.
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