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Projekt #unbezahlt

Unbequem bleiben und nicht aufgeben

19. Februar 2019
PR_Preis_JAV
Quelle: Bund-Verlag GmbH

Für ihr erfolgreiches Projekt #unbezahlt erhielt die Arbeitsgemeinschaft der JAVen der Unikliniken in NRW den Sonderpreis der DGB-Jugend beim des Deutschen Personalräte-Preis 2018. Im Interview mit der Fachzeitschrift »Der Personalrat« 2/2019 verrät Denis Schatilow, was das Team tatsächlich erreicht hat.

Zunächst noch einmal herzlichen Glückwunsch! Was genau steckt hinter #unbezahlt?

#unbezahlt ist eine Facebook-Kampagne, die zunächst betrieblichen und dann auch öffentlichen und politischen Druck erzeugen sollte. Wir wollten auf den Umstand aufmerksam machen, dass im Gesundheitswesen viele junge Menschen während ihrer dreijährigen Ausbildung keine Ausbildungsvergütung erhalten. Das wollten wir ändern – auch weil wir selbst davon betroffen waren. Wir haben schnell gemerkt, dass wir allein in den Betrieben nicht weit kommen. Deshalb haben wir JAVen der Unikliniken in Nordrhein-Westfalen uns zusammengeschlossen und die Kampagne #unbezahlt ins Leben gerufen.


Und was ist die #nomoneychallenge?

Um regelmäßig Inhalte zu veröffentlichen und die Facebookseite am Leben zu halten, haben wir uns die #nomoneychallenge ausgedacht. Dabei ging es darum, ein Bild hochzuladen, auf dem zu erkennen ist, was sich unbezahlte Azubis nicht leisten können. Eine Gruppe Azubis stand zum Beispiel vor dem Freibad und kam nicht rein – denn: kein Geld, kein Freibad. Jede Person, die ein Bild mit dem Titel der Challenge verlinkt hat, musste eine andere Person nominieren, auch ein solches Bild zu machen. So haben wir das Thema durch die ganze Bundesrepublik gespielt, indem wir den Schneeballeffekt genutzt haben. Es waren wirklich tolle Bilder dabei.


Warum habt ihr euch gerade für diese Aktionen entschieden?

Wir haben uns ganz bewusst für Facebook entschieden in der Hoffnung, dass dieses Thema viele Menschen auch emotional berührt. Viele wussten gar nicht, dass es in Deutschland so etwas gibt wie eine Ausbildung ohne Vergütung. Da mussten wir aufklären und dafür ein Medium nutzen, das wir alle bedienen und verwalten konnten.


Was habt ihr erreicht und was muss noch erreicht werden?

Wir haben rund 4500 junge Menschen in eine Tarifbindung gebracht. Das hätten wir uns niemals erträumt. Klar ist aber auch: Für viele Betroffene gilt dieser Tarifvertrag nicht, etwa in kirchlichen Häusern oder dort, wo es Haustarifverträge gibt. Da müssen die Azubis weiter Druck machen.


Was würdet ihr anderen JAVen raten, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind?

JAVen sollten unbequem bleiben und nicht aufgeben. Es kommt auf den Willen an, der dahintersteht und auf die Strategie. Deshalb sollten JAVen sich professionelle Hilfe bei der Gewerkschaft holen.

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