Fehlzeitenreport 2022

Weniger Fehlzeiten in sozial geführten Unternehmen

31. Oktober 2022 Fehlzeiten, Fehlzeitenreport
AU, Arbeitsunfähigkeit, Krankheit
Quelle: iStock.com, diephosi

Beschäftigte, die ihrem Unternehmen eine hohe Sozialverantwortung bescheinigen, sind leistungsbereiter, zufriedener und gesünder. So das Ergebnis des diesjährigen AOK-Fehlzeitenreports. Insgesamt ist der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Der Anteil der Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen hat sich fast verdreifacht.

Der Fehlzeiten-Report 2022 der Krankenkasse AOK basiert auf anonymisierten Daten von 15,6 Millionen AOK-versicherten Erwerbstätigen. Zwischen Januar und Juli 2022 ist deren Krankenstand mit 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Januar bis Juli 2021: 5,1 Prozent) sehr stark gestiegen. 

Das sind die Gründe für Fehlzeiten:

  • Der Anteil der Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen hat sich fast verdreifacht auf 28,8 % und erreicht damit Platz 1.
  • Erstmals auf Platz 2: Muskel-Skelett-Erkrankungen (15,8 Prozent).
  • Verletzungen (7,9 Prozent) 
  • Erkrankungen der Verdauungsorgane (7,4 Prozent),
  • psychische Erkrankungen (5,2 Prozent) 
  • Erkrankungen des Kreislaufsystems (3,3 Prozent)

Engagement des Unternehmens zahlt sich aus

Das Engagement ihres Unternehmens für Beschäftigte, Kunden, Gesellschaft und Umwelt wird von den befragten Beschäftigten überwiegend anerkannt. Am besten bewertet werden folgende Punkte:

  • der faire Umgang mit allen beteiligten Personen: knapp 80 Prozent
  • wenn sich das Unternehmen über den eigentlichen Unternehmenszweck hinaus für die Gesellschaft engagiert: fast 60 Prozent (57,4 Prozent)
  • die Rücksicht auf Umweltschutz: über die Hälfte der Befragten (56,2 Prozent) bescheinigen den Unternehmen eine hohe Sozialverantwortung. Über ein Viertel (26,6 Prozent) sagen, dass das Engagement ihres Unternehmens nicht ausreicht.

Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft

Bei Beschäftigten, die ihrem Unternehmen eine besonders hohe Unternehmensverantwortung bescheinigen, haben

  • 96,7 Prozent eine hohe Leistungsbereitschaft,
  • 95,6 Prozent eine hohe Verbundenheit mit dem Unternehmen
  • 96,5 Prozent eine hohe Arbeitszufriedenheit.

Umgekehrt hat die Beschäftigtengruppe, die in ihrem Unternehmen eine niedrige Unternehmensverantwortung wahrnimmt, nur bei

  • 76,4 Prozent eine hohe Leistungsbereitschaft,
  • bei 60,6 Prozent eine hohe Unternehmensverbundenheit
  • bei 69,6 Prozent eine hohe Arbeitszufriedenheit.

Auswirkungen von Corona

Von 1.3.2020 bis 31.7.2022 haben Insgesamt 1,8 Millionen durchgängig bei der AOK versicherte Beschäftigte im Zusammenhang mit einer akuten COVID-19-Infektion in ihren Unternehmen gefehlt. Damit war seit Beginn der Pandemie mehr als jeder fünfte Beschäftigte (22,5 Prozent) betroffen.

Pro Erkrankungsfall gab es im Durchschnitt 9,5 krankheitsbedingte Ausfalltage.

3,8 Prozent der Betroffenen waren im weiteren Verlauf von Long-COVID oder Post-COVID betroffen. Dies entspricht seit Pandemiebeginn etwa 68.000 AOK-versicherten Erwerbstätigen, die aufgrund ihrer Erkrankung durchschnittlich 47,4 Tage in ihren Betrieben fehlten.

Quelle:

AOK-Fehlzeiten Report 2022: Fairness zahlt sich aus, PM vom 19.10.2022

© bund-verlag.de (ls)

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