Arbeitsgestaltung

»Gift für die Vereinbarkeit«

29. November 2018 Arbeit, Familie
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Quelle: © Kzenon / Foto Dollar Club

Der DGB hat sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Fahnen geschrieben. Im Interview mit der Fachzeitschrift »Der Personalrat« 11/2018 erklärt Brigitte Dinkelaker, Leiterin des Projekts »Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten!« beim DGB-Bundesvorstand in Berlin, worum es geht.

Kollegin Dinkelaker, welche Relevanz hat das Thema »Vereinbarkeit von Beruf und Familie« für Beschäftigte – und auch Personalräte heute? 

Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt nach wie vor eine große Rolle im Leben arbeitender Menschen, weil beide Bereiche für sie wichtig sind – und es oft schwer ist, sie gut überein zu bringen.

Wir stellen fest, dass die Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren zu immer mehr Belastungen führen und der Arbeitsdruck steigt. Ständige Umstrukturierungen, immer mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse und zu wenig Personal auf der einen Seite und die daraus resultierende Verdichtung von Anforderungen – manchmal ja »rund um die Uhr« – auf der anderen Seite führen zunehmend zu Erschöpfungszuständen. Das macht krank und ist Gift für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Außerdem werden die Lebensentwürfe junger Menschen immer vielfältiger. Frauen möchten Kinder bekommen und gleichzeitig beruflich Karriere machen können, Männer wollen verantwortliche Väter für ihre Kinder und nicht nur in erster Linie für ihre Arbeit da sein. Es geht darum, dass sich Menschen gute Arbeitsverhältnisse wünschen, in denen sie gestalten und mitbestimmen können und zugleich ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen. Da hakt es dann häufig.

Alle Menschen, aber besonders die, die sich um andere kümmern und Verantwortung übernehmen, sei es in der Pflege oder für Kinder, brauchen Verständnis und Anerkennung. Wichtig sind vor allem aber auch handfeste Regelungen und lebendige Modelle für die praktische Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Damit es möglich wird, vorhersehbar und zugleich flexibel durch die beruflichen Anforderungen und den Alltag zu gehen. Das entlastet betroffene Beschäftigte sehr.

Gerade solche Verabredungen sind es, die Unternehmen und Verwaltungen für junge Menschen überzeugend machen und sie langfristig an sie bindet. Das ist in Zeiten von Fachkräftemangel nicht zu unterschätzen. Und hier können Personalräte eine Menge für ihre Kolleginnen und Kollegen tun!

Wie können Personalräte das Angebot praktisch nutzen? 

Auch Personalräte haben oft zu wenig Zeit und zu viel zu tun. Deshalb unterstützen wir sie mit unserem Projekt. Wir schauen gemeinsam, wo der Schuh drückt und überlegen dann, welche Ideen und Maßnahmen passen könnten. Das ist ein Prozess und kein Modell »von der Stange«, das bringt nämlich gar nichts. Das Tolle daran ist, dass bei Bedarf auch jemand von uns vor Ort kommt und wir gemeinsam überlegen, wie es ganz praktisch und in machbaren Schritten geht. Dabei ist es ganz wichtig zu beachten, was die Beschäftigten brauchen und wer alles ins Boot muss, damit es keine Eintagsfliege wird.

Ob dann am Ende eine Dienstvereinbarung zu »Home-Office« dabei herauskommt, ein Beitrag auf einer Personalversammlung, eine neue Arbeitszeitregelung oder ein Beratungsangebot für Menschen mit Pflegeaufgaben, das weiß man zu Beginn des Prozesses meistens noch nicht ganz genau. Und am Ende freuen sich alle über die Entlastung und das maßgeschneiderte Angebot.

Und was muss man dafür tun? 

Ganz einfach auf unsere Website gehen, uns anmailen oder anrufen. Wir freuen uns! »Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten!« Kontakt und Infos unter http://vereinbarkeit.dgb.de/

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