Umfrage

Vertrauen in Vater Staat sinkt

10. Januar 2019 Staat, Polizei, Gewerkschaften
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Quelle: © Sven Grundmann / Foto Dollar Club

Deutsche verlieren das Vertrauen in ihre Institutionen. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage. Ob Polizei, kommunale Unternehmen, Gewerkschaften oder der Papst – bei fast allen gesellschaftlichen Einrichtungen schwindet der gute Ruf. Mal mehr, mal weniger.

Laut RTL/n-tv-Trendbarometer vertrauen die meisten Deutschen der Polizei (78 Prozent), den Universitäten und Ärzten (je 77 Prozent). Das entspricht zwar auch dem Ergebnis der Vorjahre, allerdings zeigt die Befragung bei allen drei Genannten ein Minus.

Ähnlich ist das Bild bei den weiteren Nennungen: Platz vier teilen sich der eigene Arbeitgeber und kommunale Unternehmen, zwei Drittel der Befragte halten diese für vertrauenswürdig, neun und sechs Prozent weniger als beim letzten Trendbarometer.

Kirchen erleiden Vertrauensverlust

Am stärksten eingebüßt haben die Kirchen: Das Vertrauen zum Papst ist um 20 Prozentpunkte und damit am stärksten gefallen, zur katholischen um neun und zur evangelischen Kirche um zehn Prozentpunkte – lediglich ein Drittel der Befragten haben Vertrauen in die Katholischen Institutionen, ebenso in den Zentralrat der Juden. Der evangelischen Kirche vertrauen 38 Prozent dem Zentralrat der Muslime nur neun Prozent.

Interessant: Unternehmer und Manager sind die Gewinner des Trendbarometers mit einem Vertrauens-Plus (je + drei Punkte). Bei beiden war allerdings das Image im Vorjahr stark eingebrochen. Zudem rangieren die Manager nur auf dem drittletzten Platz (neun Prozent), hinter Banken und Versicherungen (je 18 Prozent). Gewerkschaften sind für fast die Hälfte der Deutschen vertrauenswürdig (46 Prozent), haben allerdings auch drei Prozentpunkte eingebßt. 

Unsicherheit sorgt für Vertrauensverlust

Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner sagt zu den Ergebnissen: »Seit über einem Jahrzehnt fragen wir die Deutschen, wieviel Vertrauen sie zu den relevanten gesellschaftlichen Institutionen haben. Eine derart flächendeckende Vertrauens-Erosion wie in diesem Jahr haben wir in diesem Zeitraum noch nie gemessen.« Es sei deutlich zu erkennen, dass die mühsame Regierungsbildung und die für die meisten nicht nachvollziehbaren Streitigkeiten in Union und Koalition sowie die vielen Defizite in staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen schädlich für das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit des Staates und anderer für das Funktionieren der Gesellschaft wichtiger Institutionen seien. 

© bund-verlag.de (mst)

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