Nominierung Deutscher Personalräte-Preis 2017

Bewerber/in: Gesamtpersonalrat Stadtverwaltung Frankfurt am Main 
Projekt: Grundlagenkonzept zur stadtweiten Durchführung von Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
Beschäftigtenzahl: ca. 14.000
Projektzeit: 05/2013 bis 03/2017

 

Kurzbeschreibung

Gesamtpersonalrat entwickelt Grundlagenkonzept, das stadtweit eingeführt werden soll.

Motiv

In der Stadtverwaltung Frankfurt am Main sind derzeit ca. 14.000 Mitarbeiter beschäftigt. Oberbürgermeister Feldmann erließ eine Verfügung, in der die Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz auf die einzelnen Amts- und Betriebsleitungen übertragen wurde. Die Gefährdungsbeurteilungen zu psychischen Belastungen nach dem Arbeitsschutzgesetz und die Tarifeinigung im Sozial- und Erziehungsdienst sollten nach Aussage der Dienststellenleitung stadtweit einheitlich umgesetzt werden. Dies erfolgte allerdings nicht. Die örtlichen Bereiche wurden mit der Aussicht auf ein stadtweites Konzept „hingehalten“.

Vorgehen

Im Mai 2013 stellte der Gesamtpersonalrat einen Initiativantrag gem. § 62 Abs. 1 HPVG zur stadtweiten Umsetzung von § 2 der Anlage zu Abschnitt VIII Sonderregelungen (VKA), gem. § 56 TVöD. Gleichzeitig beantragte er, dass das Analysetool PsyBel von Rat.geber GmbH eingesetzt wird: PsyBel ist ein Online-Tool, das bei der Auswertung die arbeitswissenschaftlichen Grundsätze und die erheblichen Veränderungen bzgl. Arbeitszeit, Arbeitsorganisation und Belastungen am Arbeitsplatz berücksichtigt. Das Tool gewährleistet, dass alle Beschäftigte umfassend bei dieser Auswertung beteiligt werden. Des Weiteren beantragte der Gesamtpersonalrat, dass eine betriebliche Kommission gebildet wird, die das Verfahren begleitet und die Aufgaben nach dem eigenständigen Tarifvertrag für den Betrieblichen Gesundheitsschutz / die Betriebliche Gesundheitsförderung im Bereich des Sozial- und Erziehungsdiensts wahrnimmt.

Ergebnis

Es bildete sich eine Arbeitsgruppe, die zusammen mit der Dienststelle ein Grundlagenkonzept zur stadtweiten Ein- und Umsetzung von Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen erarbeitete. Zusätzlich zu den in dem Konzept festgelegten Schritten wurden Arbeitshilfen entwickelt, die den Ämtern und Betrieben zur Verfügung stehen. Das Verfahren wurde in 3 Pilotbereiten erfolgreich getestet, abschließend beschlossen der Gesamtpersonalrat und Magistrat im Februar 2017, dass das Konzept umgesetzt wird. Um den Mitarbeitern die Umsetzung des Konzepts zu erleichtern, werden interne Schulungen angeboten und es wurde eigens das Fortbildungsangebot „Gefährdungsbeurteilungen psychische Belastungen erfolgreich durchführen“ entwickelt. Ein weiteres Fortbildungsangebot ist der „Gesundheitszirkel“, der die Moderation der örtlichen Gesundheitszirkel zur detaillierten Analyse der Befragungsergebnisse und Erarbeitung der Maßnahmevorschläge beinhaltet. Das Grundlagenkonzept kann im Einvernehmen zwischen Dienststelle und Gesamtpersonalrat geändert werden, ohne dass der Magistrat erneut zustimmen muss. Es entspricht den Empfehlungen der GDA-Träger (Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie – Arbeitsprogramm Psyche) zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Das Konzept sieht vor, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv einbezogen werden. Das Grundlagenkonzept, der Fragebogen, die Dokumentation sowie weitere Informationen zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen sind im Intranet zu lesen.