Nominierung: Deutscher Personalräte-Preis 2022

Jugend- und Auszubildendenvertretung der Stadtverwaltung Essen

Projekt: JAV-Forderungen gut verpackt – erfolgreich verhandelt mit neuen Medien

Foto: © Moritz Leick

„Die Ausbildung zu verbessern, zählt zu unseren wichtigsten Aufgaben – dafür gehen wir auch gerne unkonventionelle Wege.“

Louis Heidrich, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung

Bewerber/in: Jugend- und Auszubildendenvertretung der Stadtverwaltung Essen
Projekt: JAV-Forderungen gut verpackt – erfolgreich verhandelt mit neuen Medien
Beschäftigtenzahl: 501-1000
Projektzeit: 12/2021 bis 3/2022

 

Kurzbeschreibung des Projekts:
Wir wollten unsere Forderungen zur Verbesserung der Ausbildung sowie zur Steigerung der Attraktivität bei der Nachwuchskräftegewinnung in Form eines Filmbeitrags auf der Personalversammlung präsentieren, um den Arbeitgeber auf charmante, aber bestimmt Art zu Verhandlungsgesprächen mit uns zu bewegen.

Ausgangslage:
Auf der ersten JA-Versammlung des neu gewählten Gremiums stand eine Umfrage unter den Nachwuchskräften zur Zufriedenheit in der Ausbildung und im Studium bei der Stadtverwaltung Essen. Im Ergebnis wurden an die JAV drei Forderungen gestellt, die die JAV angehen wollte: 1. Die Ausstattung mit digitalen Endgeräten, die den Nachwuchskräften im Unterricht sowie beim Lernen helfen sollen. Dieser Punkt stand ohnehin schon auf der Agenda der JAV, hat sie aber darin bestärkt, dass das Thema wichtig ist. 2. Die Verbeamtung ab dem ersten Tag der Ausbildung bzw. des Studiums – mit Vorteilen für die Nachwuchskräfte wie für den Arbeitgeber in Sachen Konkurrenzfähigkeit bei der Gewinnung von Nachwuchs. Gerade, da die Stadverwaltungen in der Umgebung (Bochum, Gelsenkirchen, Herne) dies bereits so handhaben, weil es für Berufsanfänger ein sehr attraktives Angebot ist. Aktuell ist das in der Stadtverwaltung Essen erst 2 Jahre nach einem Studium möglich – und dann auch nur auf Probe. Ein klarer Wettbewerbsnachteil. 3. Die Studierenden der sozialen Arbeit müssen ihre Studiengebühren selbst tragen – bei einer Vergütung von 900 Euro ein Kraftakt.

Vorgehen:
Zunächst hat das Gremium überlegt, wie es diese Forderungen der Nachwuchskräfte am besten an den Arbeitgeber herantragen und gleichzeitig Druck auslösen kann: im Rahmen der Personalversammlung. Als JAV sollte das nicht wie schon immer im Rahmen einer Rede erfolgen, sondern dynamischer – in einem Filmbeitrag. Es wurden zuerst Ideen für ein Drehbuch gesammelt; im Ergebnis sollten einige Filmsequenzen an Spielshows und Sendungen von früher anlehnen (wie „Der Preis ist Heiß“ und „Herzblatt“). Kurz darauf wurde die Filmidee umgesetzt und im Rathaus der Stadt Essen und in einem Greenscreen Room gedreht.
Die Technik hat ein Gremienmitglied übernommen und am Ende stand ein 10-minütigen Film, der sich an den Arbeitgeber wendet und in dem die Forderungen der Nachwuchskräfte und der JAV ganz klar formuliert wurden.

Endergebnis:
Nach der Personalversammlung hat die JAV die Ausbildungsabteilung sowie der Oberbürgermeister der Stadt Essen zu Gesprächen eingeladen, um über die Forderungen zu sprechen. Zugesichert wurde:  1. dass ab 2023 digitale Endgeräte in Form eines Stufenmodells zunächst für die Studierenden im gehobenen Dienst und danach im mittleren Dienst eingeführt werden; 2. dass die Verbeamtung von Nachwuchskräften sowohl im mittleren als auch im gehobenen Dienst voraussichtlich schon ab 2023 ab dem ersten Tag der Ausbildung bzw. des Studiums erfolgen wird; 3. bei den Studierenden der sozialen Arbeit wurde zwar nicht die vollständige Übernahme der Studiengebühren erreicht, jedurch ein erhöhtes Engelt, so dass die Studierenden am Ende noch eine Differenz von 100 € selbst übernehmen müssen.

Diese Lösungsvorschläge wurden zugesichert. Die JAV hat in ihrem JAV-Newsletter bereits darüber berichtet, dass es ab 2023 für die ersten Nachwuchskräfte digitale Endgeräte geben wird.