Nominierung: Deutscher Personalräte-Preis 2022

Personalrat der Medizinischen Hochschule Hannover

Projekt: Krisenbegleitung nach traumatischen Arbeitserfahrungen

»Wir helfen empathisch und menschlich wenn eine Krise eingetreten ist und auch vorbeugend um Probleme zu vermeiden. Begleitung von Mitarbeiter*innen ist eine große Chance zur Entwicklung von Teams.«

Ulrike Kapitz (vorne, 3.v.li.) und der Personalrat

Bewerber/in:

Personalrat der Medizinischen Hochschule Hannover

Projekt: Krisenbegleitung nach traumatischen Arbeitserfahrungen
Beschäftigtenzahl: > 1000
Projektzeit: ab Juni 2020

 

Kurzbeschreibung des Projekts:
Krisenbegleitung für alle Beschäftigte auf dem Campus der MHH. Dazu gehören alle traumatischen Ereignisse, die zum Teil auch in den privaten Bereich reichen können.

Ausgangslage:
Es gab verschieden Situationen, wo Beschäftigte alleine gelassen wurden oder eine Psychosoziale Hilfe einfach zu spät angeboten wurde. Sei es der direkte Kontakt mit HIV-Viren oder der plötzliche Tod einer Kollegin, mit der man im Dienst war.

Vorgehen:
Es wurden Kontakte mit dem hauseigenen Arbeits- und Organisationspsychologen Herrn Bock und unserer Kinderintensiv Station 67 geknüpft. Desweitern wurden Kliniken kontaktiert, die ebenfalls eine Krisenbegleitung anbieten.

Endergebnis:
Die Krisenbegleitung für Beschäftigte der MHH sind nun ein fester Bestandteil. Man kann nun ausgebildete Krisenbegleiter über Intranet und Telefon kontaktieren.

Die Innovation liegt darin, dass die MHH eine der ersten Universitätskliniken in Deutschland ist, welche die klinische Krisenintervention flächendeckend für ihre Mitarbeiter*innen implementiert hat. Die MHH leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung und zum Erhalt der psychischen Gesundheit insbesondere von Beschäftigten aus psychisch besonders beanspruchenden Arbeitsbereichen.

An der Entwicklung der Krisenbegleitung haben die Mitarbeiter*innen selber mitgewirkt. Im Rahmen der durchgeführten Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastung wurde der Wunsch nach einem Krisenbegleitungsangebot seitens der Mitarbeiter*innen identifiziert. Mit Unterstützung des MHH-Präsidiums wurde in einer multidisziplinären Arbeitsgruppe ein Konzept erarbeitet und implementiert. Beteiligt sind Kolleg*innen aus klinischen wie nicht klinischen Arbeitsbereichen der MHH, welche von dem Arbeits- und Organisationspsychologen der MHH koordiniert werden. Der Personalrat der MHH nahm in dem gesamten Prozess eine wichtige Rolle in der Fürsprache für ein Krisenbegleitungsangebot, der Erarbeitung und Umsetzung ein. Mehrere Personalrät*innen haben sich auch bereits als Krisenbegleiter*innen ausbilden lassen und wirken an dem Angebot aktiv mit.