Gesundheitsschutz

So geht Homeoffice

28. September 2020 Homeoffice
Homeoffice

Im Lockdown waren nahezu 40% der Beschäftigten plötzlich daheim im Homeoffice tätig, zuvor nutzten es nur gut 10%. Nun wollen Beschäftigte und einige Unternehmen das Homeoffice nicht mehr missen. Standards sind überfällig, damit die Arbeitszeiten und der Arbeitsschutz auch bei mobiler Arbeit beachtet werden. In »Gute Arbeit« 8-9/2020 erklärt Birgit Ganz, wie das geht.

Nach einer Studie der DAK-Gesundheit haben sehr viele Arbeitnehmer*innen während der Corona-Krise Gefallen am Homeoffice gefunden. Rund 80% der Beschäftigten, die erst seither regelmäßig in den eigenen vier Wänden arbeiten, wollen dies gerne zumindest teilweise beibehalten. Auffallend ist, dass die Arbeit daheim laut DAK Gesundheit vielen Betroffenen gesundheitlich gutgetan hat, der Stresspegel ist gesunken.

Ein wichtiges Paar: Homeoffice und Gesundheitsschutz

Im Homeoffice sind alle Kommunikationswege zu nutzen, um den Kontakt zu den Kolleg*innen sowie Führungskräften zu pflegen und den Informationsfluss zu sichern. Die Arbeit soll wie im Büro oder in der Dienststelle möglichst klare Strukturen haben – inklusive der Trennung zwischen Beruf und Privatleben. Das Einhalten der (vereinbarten) Arbeitszeiten ist eine Selbstverständlichkeit.

Arbeit im Homeoffice kann genauso belastend sein wie in der Arbeitsstätte – oder sogar noch belastender. Nicht jeder Mensch organisiert seine Arbeit gerne selbst oder kommt ohne die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz aus. Das müssen Führungskräfte bedenken, z.B. wenn Beschäftigte Fragen und Probleme haben und der schnelle persönliche Kontakt nicht möglich ist. Unterstützung bei der Lösung von Problemen ist auch auf Distanz zu gewährleisten.

Zentral ist die Frage: Wie bleiben Beschäftigte unter diesen Bedingungen gesund und in der Balance? Dazu unterbreitet Birgit Ganz im vollständigen Beitrag der »Gute Arbeit« 8-9/2020 (S. 31-34) viele Tipps und Praxishilfen. Hier nur ein kurzer Auszug.

Abwechslungsreiche Aufgaben, gute Ausstattung

Die Unternehmensleitung soll den Beschäftigten verdeutlichen, dass ihre Arbeit wichtig ist, und informiert über die aktuellen Prioritäten. Führungskräfte müssen bei den Anforderungen und Arbeitsaufgaben realistisch sein und beachten, dass es im Homeoffice auch (technische) Einschränkungen bei der Arbeit geben kann. Der häusliche Arbeitsplatz wird ergonomisch oft nicht der Ausstattung im Betrieb entsprechen. Dennoch sollten Mindest-Standards gelten und diese Punkte beachtet werden:

  • Wenn vorhanden, ist das heimische Arbeitszimmer mit Schreibtisch und Bürostuhl der bessere Platz zum Arbeiten. Steht kein Arbeitszimmer zur Verfügung, sollte der Arbeitsplatz in einer möglichst ruhigen Ecke der Wohnung eingerichtet werden.
  • Der Arbeitstisch sollte ausreichend groß sein und genügend Beinfreiheit bieten (mindestens 80 Cm Tiefe).
  • Der Computer/Laptop wird so aufgestellt, dass sich möglichst kein Fenster und keine Lichtquelle darin spiegeln kann oder ins Gegenlicht geschaut werden muss. Tageslicht kommt am besten von der Seite.
  • Der Arbeitsplatz sollte ausreichend hell (mind. 500 Lux) und gleichmäßig ausgeleuchtet sein.
  • Der Seh-Abstand zum Bildschirm soll 50 bis 70 cm betragen.
  • Eine separate Tastatur, eine Maus und ein separater Bildschirm ermöglichen beim Arbeiten mit einem Notebook eine ergonomischere Arbeitshaltung und beugen so Verspannungen der Muskulatur vor.

Was daheim öfter vernachlässigt wird und wichtig ist: Die Sitzhaltung regelmäßig ändern und Bewegungspausen einlegen, um Verspannungen im Rücken, im Arm-Schulter-Bereich und im Nacken vorzubeugen.

Weitere Informationen

Der umfassende Beitrag von Birgit Ganz in »Gute Arbeit« 8-9/2020 (S. 31-34).

In der Ausgabe das Titelthema: »Künstliche Intelligenz: Herausforderung für die Mitbestimmung« - mit diesen Beiträgen:

  • Oliver Suchy (DGB): »Gute Arbeit durch künstliche Intelligenz?« (S. 8-12).
  • Peter Wedde »Moderne Zeiten und Beschäftigtendaten« (S. 13-17).
  • Dr. Nadine Müller (ver.di): »KI und Gute Arbeit by Design« (S. 18-21).
  • Mattias Ruchhöft (dtb Kassel): »App, KI, Video und was noch?« (S. 22-23).

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