Beschäftigtendatenschutz
Dolmetschen und Datenschutz

Datenschutz

Beim Übersetzen und Dolmetschen bestehen viele unbekannte Risiken für personenbezogene Daten und Geschäftsgeheimnisse. Das gilt auch und gerade bei maschineller Unterstützung oder in der Cloud. Manuel Cebulla erläutert in der »Computer und Arbeit« (CuA) 5/2016, wie Betriebs- und Personalräte hier Pionierarbeit leisten können.

In den meisten Unternehmen und Behörden müssen schriftliche Texte unterschiedlichster Art in oder aus Fremdsprachen übersetzt werden. Und vielfach werden Dolmetscher benötigt, um zum Beispiel in Konferenzen und bei Besprechungen die mündliche Verständigung zu ermöglichen.

Beinhaltet die Kommunikation Informationen über natürliche Personen, dann ist der Datenschutz zu beachten. Geht es dabei auch um Daten von Beschäftigten, dann sollten Betriebs- und Personalräte einen Blick auf dieses Thema werfen. Vielfach sind auch Unternehmensgeheimnisse betroffen. Gelangen sie in falsche Hände, könnte das Arbeitsplätze gefährden.

Auf Online-Übersetzungsdienste verzichten

Vor allem das maschinelle Übersetzen kann eine sinnvolle Arbeitserleichterung darstellen. Wenn es allerdings um Texte mit personenbezogenen Daten oder anderen vertraulichen Informationen geht, empfiehlt es sich, auf Online-Übersetzungstools zu verzichten.

Denn zum einen ist unklar, wozu die Informationen weiterverwendet werden, und gerade bei Online-Übersetzungsdiensten aus Drittstaaten ist zu befürchten, dass das Schutzniveau beim Betreiber niedrig ist. Zugriffe von Behörden und anderen Dritten auf die Übersetzungsinhalte sind nicht ausgeschlossen. Zum anderen wäre mit dem Anbieter ein Vertrag über Auftragsdatenverarbeitung zu schließen.

Ähnlich der maschinellen Übersetzung gibt es bereits Dolmetschprogramme, die das gesprochene Wort in gesprochener Form in der Fremdsprache wiedergeben können. Ist es ein Online-Angebot, dann ist nicht auszuschließen, dass die Anbieter nicht nur schutzbedürftige Inhalte, sondern auch die Stimmen der Nutzer speichern.

Was Interessenvertreter tun sollten

Betriebs- und Personalräte sollten genau hinschauen, wo Übersetzungs- und Dolmetscherleistungen in Anspruch genommen werden und welche Inhalte in oder aus Fremdsprachen übertragen werden.

Mehr lesen bei: Manuel Cebulla, Dolmetschen und Übersetzen, in: CuA 5/2016, 30 ff.

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