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Arbeitszeit Erhöhtes Schlaganfall-Risiko durch Überstunden

[15.01.2016]Eine internationale Meta-Studie zeigt: Menschen, die viele Überstunden machen, erleiden häufiger einen Schlaganfall. Ein alarmierendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass fast zwei Drittel der Berufstätigen regelmäßig Überstunden machen. Im europäischen Vergleich ist Deutschland sogar Überstundenmeister. Betriebsräte sollten das nicht so hinnehmen.

Die Londoner Forschergruppe analysierte Daten aus internationalen Studien, an denen rund 600 000 Menschen teilgenommen haben. Die ausgewerteten Untersuchungen kamen aus Europa, Australien und den USA. Als eine mögliche Konsequenz des Arbeitsmarathons, publiziert im Fachblatt „The Lancet“, nannte das Wissenschaftsteam ein deutlich erhöhtes Schlaganfall-Risiko, das nachweislich mit der Zahl der (regelmäßigen) Mehr-Arbeitsstunden weiter ansteigt.

Vielarbeit schädigt die Gesundheit

 Die Probanden der Untersuchungen wurden im Schnitt sieben bis achteinhalb Jahre lang begleitet. Knapp 4 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten in dieser Zeitspanne eine koronare Herzkrankheit, 1 722 erlitten einen Schlaganfall.

Die relativ geringe Zahl erklärt sich damit, dass die Teilnehmer/innen am Ende der Studie im Schnitt immer noch unter 50 Jahre alt waren. Schlaganfälle treten aber insgesamt meist bei älteren Menschen auf, etwa 50% der Betroffenen in Europa sind über 73 Jahre alt.

Das Vorgehen: Vielarbeitende wurden mit „Normalarbeitenden“ verglichen (35 bis 40 Wochenstunden). Wichtige Ergebnisse in Kürze: Wer 41 bis 48 Stunden pro Woche im Job tätig war, hat ein um 10% erhöhtes Schlaganfallrisiko. Werden 49 bis 54 Stunden malocht, ist das Risiko schon um 27% erhöht. Bei mindestens 55 Wochenstunden und mehr war das Erkrankungsrisiko sogar um 33% höher. Der Zusammenhang zwischen Überstunden und einer koronaren Herzerkrankung war weniger deutlich ausgeprägt als beim Schlaganfall.

Erhöhtes Risiko bei Stress und Sitzen

Aus biologischer Sicht sei der Zusammenhang einleuchtend, schreiben die Forscherinnen und Forscher. Zum einen könne er durch Stress erklärt werden, zum anderen durch das viele Sitzen bei den Bürojobs. Dazu komme, dass Vielarbeitende etwas häufiger zu riskantem Alkoholkonsum neigten - was wiederum ein Risikofaktor für Schlaganfälle ist.

In einem Kommentar in „Lancet“ schreibt Urban Janlert von der Universität im schwedischen Umeå: „Arbeitsbedingungen beeinflussen die Gesundheit. Einige lassen sich schwer verändern, wie etwa die Arbeit unter Tage. Aber die Dauer eines Arbeitstags können Menschen bestimmen. Falls lange Arbeitszeiten ein Gesundheitsrisiko darstellen, sollte es möglich sein, diese zu verändern.“

So wurde untersucht

Die Forscher trugen in Fachmagazinen veröffentlichte Daten sowie Informationen aus nicht-veröffentlichten Kohortenstudien aus Europa, Australien und den USA zusammen. So konnten sie in Bezug auf das Risiko für koronare Herzkrankheiten auf die Informationen von rund 603 000 Menschen zugreifen, die im Schnitt achteinhalb Jahre lang beobachtet wurden. Für das Schlaganfall-Risiko wertete das Wissenschaftsteam Daten von knapp 530 000 Menschen aus, die im Schnitt sieben Jahre lang begleitet wurden. Mit diversen Analysen schlossen die Forscher aus, dass zahlreiche andere Faktoren den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Schlaganfallrisiko erklären.

Weitere Informationen
“Long working hours and risk of coronary heart disease and stroke: a systematic review and meta-analysis of published and unpublished data for 603 838 individuals”

Quelle:

Fachzeitschrift »Gute Arbeit« (GA) 10/2015, Betriebliche Praxis, S. 26

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