Auszeichnung von Karin Röttgen, BR-Vorsitzende von KSM Castings durch Günter Schölzel
Auszeichnung von Karin Röttgen, BR-Vorsitzende von KSM Castings durch Günter Schölzel

Betriebsrat der KSM Castings Group GmbH, Werk Radevormwald

Flexibler Wechsel zwischen 15-Schichten-Basismodell und 18-Schichten-Modell


Stichworte zum Projekt

  • Ein vom Betriebsrat entwickeltes 18-Schichten-Modell vermeidet Leistungsverdichtung und unterstützt einen Personalaufbau

  • Unternehmen/Betrieb: KSM Castings Group GmbH, Werk Radevormwald
  • Branche: Automobilzulieferer
  • Zahl der Mitarbeiter: 270
  • Gewerkschaften: IG Metall


Motiv
Die KSM Castings Group ist internationaler Entwicklungspartner und Produzent von Gussprodukten aus Leichtmetall für die Automobilindustrie mit derzeit ca. 270 Mitarbeitern im Werk Radevormwald. Der Arbeitgeber wollte in 3 Teilbereichen die bestehenden 15 Schichten auf 18 erhöhen, was zur Kündigung der Betriebsvereinbarung Arbeitszeit für die mechanische Bearbeitung führte. Allerdings fehlten Kennzahlen und der Arbeitgeber plante trotz Wechsel des Schichtmodells keinen Personalaufbau, was für die Mitarbeiter zu einer Leistungsverdichtung führen würde. Der Betriebsrat suchte nach Wegen, diese zu vermeiden.

Vorgehen
Der Betriebsrat schaltete vorab die IG Metall ein, um Unterstützung in den Vorgesprächen zur tariflichen Einigungsstelle zu erhalten. Er suchte Gespräche mit dem Arbeitgeber, er nahm an einer Schulung zur Schichtplanung teil und erstellte eines an die Bedürfnisse in dem betroffenen Bereich angepasstes Schichtmodell, wobei arbeitsmedizinische Erkenntnisse berücksichtigt wurden: Der Betriebsrat legte ein Punktesystem zugrunde, mit dem u.a. max. nur 3 Nachtschichten hintereinander geplant werden dürfen, Dauerschichten sollen vermieden werden, Mitarbeiter sollen mindestens 2 freie Tage am Stück erhalten. Der Betriebsrat achtete auch darauf, dass die Mitarbeiter weiterhin die Möglichkeit haben, mehr zu arbeiten (ein Wunsch vieler Mitarbeiter). Der Betriebsrat setzte dieses Schichtmodell als Pilotprojekt ein und befragte nach 2 Monaten die Mitarbeiter hierzu.

Ergebnisse
Inzwischen wurde das vom Betriebsrat entwickelte 18-Schichten-Modell in den Betrieb übernommen. Es kam zu einem Personalaufbau, Leiharbeiter wurden übernommen, befristet Beschäftigte entfristet und Azubis übernommen. Das neue 18-Schichten-Modell konnte ohne das vom Arbeitgeber angestrebte Einigungsstellenverfahren eingeführt werden, was sich auch auf andere Projekte auswirkte: Die Betriebsparteien kommunizieren wieder.

 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Petra Kronen »Der Deutsche Betriebsräte-Preis honoriert die hervorragende und unverzichtbare Arbeit, die Betriebsräte in ihren jeweiligen Unternehmen leisten. Die ausgezeichneten Projekte machen deutlich, mit wie viel Engagement, Kreativität und Verantwortung Betriebsräte agieren.«

Petra Kronen, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Covestro AG, Betriebsratsvorsitzende der Covestro in Uerdingen und Mitglied im ehrenamtlichen Hauptvorstand der IG BCE.