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Verdachtskündigung Strafurteil für Arbeitsgericht nicht bindend

[03.05.2013]Bei seiner Prüfung, ob eine Verdachtskündigung gerechtfertigt ist, ist das Arbeitsgericht nicht an die Feststellungen im Strafurteil gebunden, sondern kann den Sachverhalt auch in Hinblick auf die strafbare Handlung eigenständig bewerten.

Der Fall

Die Klägerin war seit 2001 beim Ostseebad B. beschäftigt. Im Jahr 2011 ging ihr Arbeitsverhältnis auf das beklagte Amt über. Auf ihr Arbeitsverhältnis findet der TVöD-V (VKA) Anwendung. Der Ehemann der Klägerin betreibt eine private Arbeitsvermittlung. Im April 2008 schloss die Gemeinde B. mit dem A. einen auf fünf Monate befristeten Arbeitsvertrag.

Auf einem Formular bescheinigte die Klägerin wahrheitswidrig, dass das Arbeitsverhältnis durch Vermittlung ihres Ehegatten zustande gekommen sei. Dafür erhielt der Ehemann eine Vermittlungsgebühr in Höhe von 1.000 EUR von der Arbeitsagentur. 2011 wurde die Klägerin deshalb zu einer Geldstrafe wegen »gemeinschaftlichen Betrugs« verurteilt.

Das Ostseebad B hatte ihr bereits nach Bekanntwerden des Sachverhalts im Jahr 2009 gekündigt. Das ArbG Schwerin erkärte diese Kündigung jedoch aus formellen Gründen für unwirksam. Nach dem Übergang kündigte die neue Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit Schreiben vom 26.09.2011, da das Vertrauensverhältnis durch die »Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Betruges« massiv gestört sei.

Die Entscheidung

Das LAG Mecklenburg-Vorpommern gab der Klägerin Recht und verwarf die Kündigung. Dass die Klägerin wegen »gemeinschaftlichen Betrugs« verurteilt wurde, sei unerheblich, befand das LAG. Die Beurteilung in einem Strafverfahren sei für die Arbeits- und Zivilgerichtsbarkeit nicht bindend (BAG, Urteil vom 20.08.1997, Aktenzeichen 2 AZR 620/96 m. w. N.).

Das LAG sah es nicht als erwiesen an, dass die Klägerin am Betrug ihres Ehemanns beteiligt war. Dass sie ihrem Ehemann von der geplanten Einstellung erzählt habe, sei pflichtwidrig gewesen. Angesichts des Umstandes, dass sich die Klägerin, ihr Ehemann und der Zeuge A. untereinander seit ihrer Kindheit kannten, sei eine derartige Mitteilung jedoch nicht ungewöhnlich und rechtfertige auch keine Kündigung.

Die Annahme, dass die Klägerin bei Unterzeichnung des Vermittlungsgutscheins gewußt habe, dass ihr Ehemann gar nicht vermittelnd tätig war, sei rein spekulativ. Eine derartige Kenntnis könne nicht allein aus dem ehelichen Verhältnis geschlossen werden. Auch habe das LAG nach seinem persönlichen Eindruck von der Klägerin deren Arglosigkeit trotz der Indizien jedenfalls für gut möglich gehalten.

Im Übrigen sei auch von einem Verzicht auf die Kündigungsmöglichkeit auszugehen, da die Gemeinde B. nach dem Urteil des ArbG Schwerin, mit dem die erste Kündigung verworfen worden war, auf weitere Schritte gegen die Klägerin verzichtet. Diesen Verzicht müsse sich auch die neue Arbeitgeberin zurechnen lassen.


Quelle:

LAG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 20.2.2013
Aktenzeichen 2 Sa 168/12
Landesportal Mecklenburg-Vorpommern

Lesetipp der Online-Redaktion
Beteiligung des Personalrats bei Verdachtskündigung - BAG, Urteil vom 25. November 2010, Aktenzeichen 2 AZR 801/09, veröffentlicht in »Der Personalrat« 2011, Ausgabe 6, S. 268–271.

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