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Heilbehandlung Keine Beihilfe für Orthokin-Therapie nach Bandscheibenvorfall

[19.02.2014]Für die sogenannte Orthokin-Therapie gibt es keine Beihilfeleistungen. Das geht aus einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Nordrhein-Westfalen hervor. Die bisher durchgeführten Wirksamkeitsstudien konnten die Richter nicht überzeugen.

Der Fall:

Geklagt hatte ein Beamter einer nordrhein-westfälischen Großstadt. Er begehrte von seinem Dienstherrn Beihilfeleistungen für eine bei seiner Ehefrau im Sommer 2009 nach einem Bandscheibenvorfall durchgeführte "Orthokin-Therapie".

Bei dieser Therapieform werden aus dem Blut des Patienten körpereigene Stoffe gewonnen und ihm dann nach einer Aufbereitung wieder zugeführt. Das Verwaltungsgericht Köln hatte die Klage in erster Instanz abgewiesen.

Die Entscheidung:

Das Oberverwaltungsgericht NRW hat die Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil nicht zugelassen und damit das Urteil in der Sache bestätigt.

Zur Begründung verweisen die Richter darauf, dass ein Beamter Beihilfe zu Aufwendungen für eine bei ihm oder seinen berücksichtigungsfähigen Angehörigen durchgeführte Heilbehandlung grundsätzlich nur für wissenschaftlich allgemein anerkannte Heilbehandlungen verlangen kann.

Wirksamkeit der Orthokin-Therapie nicht nachgewiesen

Hierzu habe die besagte "Orthokin-Therapie" im Sommer 2009 nicht gezählt, weil ihre therapeutische Wirksamkeit nicht durch entsprechende Studien nachgewiesen sei. Die vorliegenden einschlägigen Studien seien schon wegen der Nähe der Autoren zu den Erfindern der "Orthokin-Therapie" nicht hinreichend aussagekräftig. Außerdem gebe es methodische Einwände.

Dem Beamten könne auch nicht ausnahmsweise für eine nicht wissenschaftlich allgemein anerkannte Heilbehandlung die begehrte Beihilfe zugesprochen werden. Dies sei zwar grundsätzlich möglich. Voraussetzung sei aber unter anderem, dass eine begründete Erwartung auf wissenschaftliche Anerkennung bestehe. Dies sei hier nicht der Fall. Der Beschluss des OVG ist unanfechtbar.

Quelle:

OVG NRW, Beschluss vom 17.02.2014
Aktenzeichen: 1 A 1012/12
PM des OVG NRW vom 17.02.2014

© bund-verlag.de - (jes)

Lesetipp der Online-Redaktion:

»Die Beteiligung des Personalrats an versorgungsrechtlichen Ermessensentscheidungen« von Andreas Reich in »Der Personalrat« Ausgabe 11/2013, S. 444 - 450