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Eingliederungsvereinbarung ALG II-Empfängerin ist verpflichtet Deutsch zu lernen

[14.05.2013]Eine erwerbsfähige Empfängerin von ALG II-Leistungen, die nicht ausreichend Deutsch spricht, muss einen Integrationssprachkurs besuchen. Denn sie ist verpflichtet alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit auszuschöpfen.

Der Fall:
Die türkische Klägerin ist Mutter von vier Kindern, die im maßgeblichen Zeitraum 6, 11, 16 und 18 Jahre alt waren. Sie sollte zur Verbesserung ihrer deutschen Sprachkenntnisse ca. dreimal wöchentlich, vormittags einen Integrationssprachkurs bei der Volkshochschule besuchen.

Da sie nicht bereit war, eine entsprechende Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben, erließ das Jobcenter einen die Eingliederungsvereinbarung ersetzenden Verwaltungsakt. Die Klägerin hat sich aber nicht innerhalb der im Bescheid bestimmten Frist bei der Volkshochschule für einen Integrationssprachkurs angemeldet. Das Jobcenter hat deshalb einen Sanktionsbescheid erlassen, wonach die Regelleistung der SGB II-Empfängerin für drei Monate um 30 Prozent  gekürzt worden ist.

Die Entscheidung:
Das Sozialgericht Wiesbaden sah die Sanktion als rechtmäßig an.

Das Sozialgesetzbuch II beruht auf dem Prinzip des "Förderns und Fordern". Erwerbsfähige Hilfeempfänger sind verpflichtet, alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit auszuschöpfen. Unabdingbare Voraussetzung für eine dauerhafte Eingliederung in Arbeit ist die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift.

Die vorgesehene Maßnahme dient deshalb rechtmäßig dem gesetzlich angestrebten Ziel. Die Teilnahme an der Maßnahme ist auch zumutbar gewesen. Der Ehemann der Klägerin hätte trotz seelischer Probleme zumindest stundenweise die Betreuung der minderjährigen Kinder übernehmen können.

Quelle:
SG Wiesbaden Urteil vom 13.05.2013,
Aktenzeichen: S 12 AS 484/10

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