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Dienstunfall Kein Baugrundstück für schwer verletzten Polizisten

[31.08.2015]Ein durch mehrere Schussverletzungen schwer verletzter Polizist hat keinen Anspruch auf die Übernahme von Grunderwerbskosten für den Bau eines barrierefreien Hauses. Das gilt auch dann, wenn der Polizist durch den Dienstunfall zu 100 % behindert ist – so das Verwaltungsgericht Koblenz.

Im Jahr 1987 wurde der ehemalige Polizist im Dienst durch mehrere Schüsse schwer verletzt. Das Ereignis wurde als Dienstunfall anerkannt. Der Grad der beim Kläger vorliegenden Behinderung beträgt 100 %.

Polizist beantragt Übernahme von Grunderwerbskosten

Da die von ihm angemietete Wohnung nicht barrierefrei ist, beantragte der Polizist beim beklagten Land die Übernahme der Kosten für den Ankauf eines Baugrundstücks zur Errichtung eines barrierefreien Neubaus. Die Grunderwerbskosten müssten ihm aus Mitteln der Unfallfürsorge erstattet werden. Er sei dringend auf den barrierefreien Wohnraum angewiesen. Dies lehnte das Land ab, weil die Erstattungsfähigkeit sich auf die dienstunfallbedingten Mehrkosten beschränke. Der Erwerb eines Grundstücks werde davon nicht erfasst.

Unfallfürsorge umfasst keinen Beitrag zur Vermögensbildung

Die dagegen gerichtete Klage hatte keinen Erfolg. Der aus den einschlägigen Bestimmungen folgende Leistungsumfang für den dienstunfallverletzten Beamten sei nicht grenzenlos. Zwar verfolge die Unfallfürsorge des Dienstherrn das Ziel, einen Dienstunfallschaden entweder zu beheben oder durch Geldausgleich zu kompensieren. Auszugleichen seien allerdings nur die typischen, durch die unfallbedingte Behinderung verursachten Mehraufwendungen. Was der Kläger hingegen mit der Kostenübernahme für den Grundstückskauf verlange, sei ein Beitrag des Dienstherrn zur Vermögensbildung. Das sei aber nicht Sache der auf einen Unfallausgleich gerichteten Unfallfürsorge.

Anmietung einer barrierefreien Wohnung möglich

Zu berücksichtigen sei auch, dass dem Kläger andere Möglichkeiten offen stünden, wie zum Beispiel die Anmietung einer barrierefreien Wohnung oder ein Rückgriff auf den vom Mietgesetzgeber grundsätzlich verbürgten Anspruch auf Barrierefreiheit (§ 554 a BGB).

Hinweis:

Gegen diese Entscheidung können die Beteiligten die Zulassung der Berufung durch das OVG Rheinland-Pfalz oder mündliche Verhandlung bei dem VG Koblenz beantragen.

Quelle:

VG Koblenz, Gerichtsbescheid vom 19.08.2015
Aktenzeichen: 5 K 313/15.KO
PM des VG Koblenz Nr. 27/2015 vom 25.08.2015

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