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ALG II Bei Einkommensberechnung ist jahresbezogene Betrachtung vorzunehmen

[06.02.2013]Erzielt ein Selbständiger wegen der Eigenart des Betriebes nur in einzelnen Monaten des Jahres Einkünfte, darf bei der Ermittlung der Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB II nicht auf den sechsmonatigen Bewilligungszeitraum abgestellt werden.

Der Fall:

Die Firma der Klägerin bot hochhitzefeste Produkte für Industriebetriebe an. Die Auftragsvergabe an die Firma und die Erzielung von Einkünften erfolgte unregelmäßig und nur an drei bis vier Monaten im Jahr. Das beklagte Jobcenter hatte bei der Leistungsbewilligung nur auf die Einkünfte im sechsmonatigen Bewilligungszeitraum abgestellt, in den ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Einkünfte der Klägerin fiel. Das Sozialgericht hatte diese Berechnungsweise bestätigt.

Die Entscheidung:

Das Landessozialgericht gab der Klägerin Recht.

Zwar ist bei einer Neuregelung der für die Anrechung von Einkünften anzuwendenden Alg-II-Verordnung ab 01.01.2008 stärker auf den jeweiligen Bewilligungsabschnitt und nicht wie früher auf die jährlich zu versteuernden Einkünfte abgestellt worden. Dies gilt aber nicht ohne Ausnahme.

Nicht nur bei Saisonbetrieben entspricht es der Eigenart des Betriebes, auf eine jährliche Berechnung abzustellen. Auch bei dem Betrieb der Klägerin mit Einkünften in nur wenigen Monaten, muss eine jährliche Berechnung durchgeführt werden. Damit wird das im Bewilligungszeitraum erzielte Einkommen auch auf außerhalb dieses Zeitraums liegende Monate verteilt, so dass in diesen dann später ggf. niedrigere Leistungen zu gewähren sind, im streitigen Bewilligungszeitraum jedoch höhere.

Quelle: 

LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 19.12.2012
Aktenzeichen: L 6 AS 611/11
PM des LSG Rheinland-Pfalz Nr. 04/13 v. 05.02.2013

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