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Urlaubsabgeltung Urlaubsanspruch geht auf Erben über

[07.12.2015]Ein Urlaubsanspruch geht nicht mit dem Tod des Arbeitnehmers unter. Erben können sich den Urlaubsanspruch eines verstorbenen Arbeitnehmers auszahlen lassen. Dies hat das Arbeitsgericht Berlin entgegen der bisherigen Rechtsprechung des BAG entschieden. Die Ansicht des BAG verstoße gegen eine Europäische Richtlinie.

Die Erblasserin stand in einem Arbeitsverhältnis zu der Beklagten und hatte im Zeitpunkt ihres Todes noch einen Erholungsurlaubsanspruch von 33 Tagen. Ihre Erben forderten von der Arbeitgeberin die Abgeltung dieses Urlaubsanspruchs.

Urlaubsanspruch geht auf die Erben über

Das Arbeitsgericht gab den Erben Recht. Nach § 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz (BurlG) sei der Urlaub abzugelten, wenn er wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden könne. Diese Voraussetzungen seien bei dem Tod des Arbeitnehmers gegeben.

Ansicht des BAG widerspreche Euröpäischer Richtlinie

Soweit das Bundesarbeitsgericht darauf abstelle, mit dem Tod erlösche die höchstpersönliche Leistungspflicht des Arbeitnehmers und damit auch ein (abzugeltender) Urlaubsanspruch, widerspreche dies Artikel 7 Abs. 2 der Richtlinie 2003/88/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 04. November 2003 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung in der von dem Europäischen Gerichtshof durch Urteil vom 12. Juni 2014 – C-118/13 – erfolgten Auslegung; der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts sei daher nicht zu folgen.

Gegen das Urteil kann Berufung an das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

Quelle:

Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 07.10.2015

Aktenzeichen: 56 Ca 10968/15

PM des Nr. 42/15 vom 01.12.2015

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