Betriebsrat der Frankfurter Rotkreuz-Krankenhaus e.V.

Umstellung der bestehenden BAT/BMTG-Vergütungen in den TVöD/ TVöD-K

Motiv
In den Frankfurter Rotkreuzkrankenhäusern, zwei Kliniken mit insgesamt über 360 Betten und jährlich mehr als 15.000 ambulant und stationär behandelten Patienten, bestanden seit dem Jahr 2005 unterschiedliche Vergütungsstrukturen. Seit diesem Zeitpunkt neu eingestellte Mitarbeiter wurden nach TVöD/TVöD-K vergütet. Für die bereits zuvor im Unternehmen angestellten Beschäftigten galt weiterhin der alte Tarif nach BAT/BMTG. Dies hatte zudem zur Folge, dass davon betroffene Kollegen seitdem keine Tariferhöhung mehr erhalten hatten. Versuche, mit dem Arbeitgeber eine Vereinheitlichung der Tarifstruktur zu vereinbaren, blieben lange Jahre aus verschiedenen Gründen erfolglos.
Nach einer Umstrukturierung des Betriebsratsgremiums und einem Wechsel in der Klinikleitung im Jahr 2011 nahmen die Verhandlungen zu diesem Thema neue Fahrt auf.

Vorgehen
Das Gremium machte die Umstellung der BAT/BMTG-Vergütung nach TVöD zu einem Dauerthema seiner Arbeit und platzierte diese auch in allen Kontakten mit der Klinikleitung. Im Rahmen von Verhandlungen zu zwei Betriebsvereinbarungen konnte das Gremium schließlich die Aufnahme von Gesprächen zu diesem wichtigen Bereich initiieren.
Im Mai 2012 starteten die Verhandlungen. Nach anfänglichen konträren Vorstellungen über Mehrbelastungen des Arbeitgebers durch steigende Personalkosten und das Prozedere der Umstellung, näherten sich die Parteien schrittweise an. Um auf Augenhöhe mit dem Arbeitgeber verhandeln zu können, führte der neunköpfige Betriebsrat zudem eine Inhouse-Schulung zum TVöD durch. Diese erfolgte durch eine externe Rechtsexpertin.

Ergebnisse
Im Herbst 2012 einigten sich beide Seiten schließlich auf eine Umstellung in den TVöD/TVöD-K für alle betroffenen Mitarbeiter zum 1.1.2013 und nicht, wie ursprünglich von der Arbeitgeberseite vorgeschlagen, in drei aufeinanderfolgenden Schritten.
Um die Mitarbeiter über die individuellen Folgen zu informieren, wurden Einzelgespräche mit insgesamt 140 Kollegen durchgeführt. Einmal durch die Geschäftsführung und jeweils einmal durch den Betriebsrat. In einem eigens entwickelten Merkblatt bekamen die Mitarbeiter zudem Informationen über die anstehenden Änderungen an die Hand. Es wurde außerdem ein Mustervertrag erarbeitet, um den Mitarbeitern auch eine juristische Prüfung zu ermöglichen.

Der Betriebsrat erzielte mit seinen Verhandlungen eine Vereinheitlichung der Tarifstrukturen in beiden Krankenhäusern. Damit ist die Arbeit der Mitarbeiter vergleichbar geworden. Zu verzeichnen ist zudem eine Verbesserung des Betriebsklimas und auch die Motivation ist durch die Vereinheitlichung gestiegen.

Zusatzmaterialien
Betriebsvereinbarung Beschäftigtenbindung
Betriebsvereinbarung Betriebszeiten

 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Petra Kronen »Der Deutsche Betriebsräte-Preis honoriert die hervorragende und unverzichtbare Arbeit, die Betriebsräte in ihren jeweiligen Unternehmen leisten. Die ausgezeichneten Projekte machen deutlich, mit wie viel Engagement, Kreativität und Verantwortung Betriebsräte agieren.«

Petra Kronen, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Covestro AG, Betriebsratsvorsitzende der Covestro in Uerdingen und Mitglied im ehrenamtlichen Hauptvorstand der IG BCE.