Hauptpersonalrat beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Langfristiges Personalentwicklungskonzept bis 2025 "Team statt Hierarchie"

Nachwuchsmangel wegen finanzieller Attraktivität und hoher körperlicher- und gesundheitlicher Belastung prägte die Personalsituation bei Forstbetrieben des Landes Hessen. Der Hauptpersonalrat des zuständigen Ministeriums erarbeitete ein Personalentwicklungskonzept mit der Laufzeit 2014-2025. Dies beziffert konkret Mindest-Einstellungskorridore je Beschäftigtengruppe. Das Konzept wurde zwischen dem Hessischen Landesministerium und dem HPR als Vereinbarung beschlossen. Es ist auf Ebene der Landesregierung abgestimmt mit Finanz- und Innenministerium. Auf Grundlage des Konzepts kann nun die neue Organisation schrittweise eingeführt und umgesetzt werden. Durch die Einstellungskorridore ist der Nachwuchs gesichert, obwohl die Landesregierung über alle Beschäftigten gesehen Personal abbauen will. 

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Kurzbeschreibung
In einem großen Forstbetrieb des Landes Hessen (ca. 1800 Beschäftigte) werden organisatorische Maßnahmen ergriffen um, der Berufsgruppe der Forstwirte (Waldarbeitern) eine qualifikationsgerechte Beschäftigung zu ermöglichen und sie damit der Konkurrenz der zunehmenden Mechanisierung der Waldarbeit zu entziehen, eine gesundheitsschonendere Arbeitsgestaltung zu ermöglichen und mehr Eigenverantwortlichkeit zu implementieren. Darüber hinaus werden aus dieser Berufsgruppe die Forstwirtschaftsmeister (FWM) direkt in die Leitung der Revierförstereien einbezogen, um diese zu entlasten, die FWM qualifikationsgerecht einzusetzen und Aufstiegsoptionen zu schaffen. Dadurch sollen die Revierleiter/innen entlastet werden, dass sie aus der Situation der „Einmann-Dienststellen“ heraus geführt werden und im Team mit einem FWM arbeiten, dort den absehbaren Nachwuchsmangel auszugleichen.

Motiv
Das Land Hessen plante den Abbau von Waldarbeiterstellen, da nicht in den Betrieb als Teammitglieder, sondern nur in der Ausführungsebene, integriert. Diese sind in der körper- und gesundheitsbelastenden Holzernte, verbunden mit fehlenden Aufstiegschancen, tätig. Diese Situation führte zu Nachwuchssorgen. Im Revierförsterbereich (FH-Ing.) besteht ein massiver Nachwuchsmangel, auch wegen finanzieller Unattraktivität. Die Einmann-Dienststellen ohne direkte Teamanbindung und ernsthafter Vertretungsmöglichkeit führten zu starken Arbeitsüberlastungen.

Vorgehen
Mit Hilfe der IG BAU wurde eine durch die Uni Freiburg erstellte Situationsanalyse vorbereitet. Darauf aufbauend wurde der Entwurf eines Organisationsmodells, wie sich die Gewerkschaft moderne Forstbetriebe der Zukunft vorstellt, erstellt und in einem dreijährigen Prozess in allen gewerkschaftlichen Gremien abgestimmt. Nachdem Hessen das Modell aufgegriffen hat, fand eine Eineinhalbjährige Diskussion/Abstimmung in den personalrätlichen Gremien, auf Personalversammlungen, letztlich im Hauptpersonalrat des Umweltministeriums auf der politischen Ebene statt.

Ergebnis
Es wurde ein Personalentwicklungskonzept mit der Laufzeit 2014-2025 erarbeitet, mit konkret bezifferten Mindest-Einstellungskorridoren je Beschäftigtengruppe. Das Konzept ist vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem HPR als Vereinbarung geschlossen. Es ist auf Ebene der Landesregierung abgestimmt mit Finanz- und Innenministerium.
Auf Grundlage des Konzepts kann nun die neue Organisation schrittweise eingeführt/umgesetzt werden; durch die Einstellungskorridore ist der Nachwuchs gesichert, obwohl die Landesregierung über alle Beschäftigten gesehen Personal abbauen will (Forst-Personalkonzept ausgenommen, siehe Koalitionsvereinbarung CDU/Die Grünen)

 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Andreas Gehrke »Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Personalräte, die ihre Rechte kennen und sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für die Beschäftigten einsetzen, sehr viel erreichen können. «

Andreas Gehrke, Mitglied im Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und Leiter des Arbeitsbereichs Tarif- und Beamtenpolitik