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Arbeit 4.0

Warum die Software Lync gefährlich ist

26. Oktober 2015

Lync hält weltweit Einzug in die Unternehmen. Das von Microsoft entwickelte Tool bündelt verschiedene Kommunikationsmedien. Die Gefahr besteht, dass sich dadurch Mitarbeiterprofile erstellen lassen. Die Expertin Dr. Silke Greve zeigt in der CuA 10/2015, wie Betriebsräte Grenzen ziehen können.

Lync, das mittlerweile offiziell Skype for Business heißt, bezeichnet das Unified Communication-System von Microsoft, das den Beschäftigten Module zur Verfügung stellt, wie beispielsweise eine Chat-Funktion, Audio- und Videokonferenzfunktionen vom eigenen PC aus oder das Screen-Sharing, also das Teilen des eigenen Bildschirms mit anderen.

Diese Funktionen bieten den Usern einen erheblichen Mehrwert. Die Vielzahl der Kommunikationswege schafft aber auch ungeahnte Möglichkeiten der Profilbildung über jeden einzelnen Arbeitnehmer. Besonders hervorzuheben ist dabei die Präsenzfunktion, die es den Mitarbeitern ermöglicht zu sehen, welcher der Kollegen gerade eingeloggt ist.

So wenige Daten wie möglich

Betriebsräte stehen vor der Aufgabe, dieses System zu durchleuchten und in einer Betriebsvereinbarung zu regeln - denn es handelt sich um eine technische Einrichtung gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, die wunderbar zur Verhaltens- oder die Leistungskontrolle geeignet ist. Würden diese Daten über die vergangenen Monate oder sogar Jahre erhoben, ließe sich ein Mitarbeiterbild schaffen, das zu vermeintlichen Schlussfolgerungen führen kann. Jeder Betriebsrat kennt die »roten Listen«, die vor möglichen Kündigungswellen erstellt werden.

Es empfiehlt sich, in einer betrieblichen Vereinbarung detailliert festzulegen, welche Daten erhoben und gespeichert werden sollen. Entscheidend ist also der genaue Zweck – und dieser ist die Unternehmenskommunikation. Nicht mehr und nicht weniger.

Mehr lesen bei: Dr. Silke Greve, Fahrplan zur Lync-Einführung, in: CuA 10/2015, 9 ff. – das Titelthema der Oktober-Ausgabe der CuAbeschäftigt sich ausführlich mit der Durchdigitalisierung der Arbeitswelt

© bund-verlag.de (ol)

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