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Tarifverhandlungen

IG Metall fordert mehr Geld und bessere Arbeitszeit

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Quelle: bluedesign_Dollarphotoclub

6 Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Zudem soll es einen individuellen Anspruch auf Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit geben. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit in den Betrieben dürfe nicht weiter einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen.

Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von 6 Prozent für eine Laufzeit von 12 Monaten.

Anspruch auf Reduzierung der Arbeitszeit und Rückkehrrecht

Die Forderung der IG Metall zur Arbeitszeit sieht vor, dass die Beschäftigten ihre regelmäßige Arbeitszeit künftig ohne Begründungszwang für zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden in der Woche reduzieren können. Danach soll der Anspruch bestehen, auf die ursprüngliche Arbeitszeit zurückzukehren. Dies soll für alle Tarifgebiete in West- und Ostdeutschland gelten.

Beschäftigte, die ihre Arbeitszeit reduzieren, um Kinder unter 14 Jahren im Haushalt zu betreuen oder Familienangehörige zu pflegen, sollen einen fixen Zuschuss von 200 Euro erhalten, wenn sie ihre wöchentliche Arbeitszeit um mindestens 3,5 Stunden oder mehr reduzieren.

Ein Stück Freiheit und Gestaltung des eigenen Lebens

»Diese Forderung trägt der hervorragenden wirtschaftlichen Situation der Branche Rechnung, sie stärkt die Binnennachfrage und leistet einen Beitrag zur Stabilisierung der Konjunktur«, so Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall. Bei dem individuellen Anspruch auf Absenkung der Arbeitszeit gehe es zudem um eine echte Wahloption und damit um ein Stück Freiheit und Gestaltung des eigenen Lebens.

»Das Ziel ist mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit in den Betrieben darf nicht weiter einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen, sie muss ihnen auch nutzen«, so Hofmann. Gerade zur Fachkräftesicherung brauche es moderne und attraktive Angebote zur Gestaltung der eigenen Arbeitszeit.

»Wer sich heute als Arbeitgeber modernen Arbeitszeitinstrumenten verweigert, der wird morgen ohne Fachkräfte dastehen. Tariflich geregelte Ansprüche auf flexible Arbeitszeiten nach den Bedürfnissen der Beschäftigten sind wichtige Instrumente gegen den Fachkräftemangel«, betonte Hofmann.

Entgeltzuschuss für Schichtarbeiter

Beschäftigte in Schichtarbeit oder anderen gesundheitlich belastenden Arbeitszeitmodellen, die ihre Wahloption nutzen und ihre Jahresarbeitszeit (Schichten) verkürzen, sollen ebenfalls einen Entgeltzuschuss erhalten. Er soll bei 750 Euro pro Jahr liegen. »Damit wird auch für weniger gut Verdienende die Arbeitszeitreduzierung eine reale Option«, so Hofmann.

Weitere Forderungen der IG Metall

  • Die Reduzierung der Arbeitszeit dürfe nicht zu mehr Leistungsdruck führen. Daher wird empfohlen, mit den Arbeitgebern auch über Regelungen zum Personalausgleich zu reden.
  • Außerdem soll erreicht werden, dass die Auszubildenden und dual Studierenden zur Vorbereitung auf Prüfungen einen bezahlten freien Tag je Prüfung erhalten.
  • Für die Tarifgebiete in den ostdeutschen Bundesländern will die IG Metall eine belastbare Verhandlungsverpflichtung für einen Prozess zur Angleichung der Entgelte, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen erreichen.

Quelle:

PM der IG Metall vom 26.10.2017

© bund-verlag.de (ls)

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