DGB-Index Gute Arbeit: Deutsche schrubben Überstunden
44 Prozent der Befragten haben durchschnittlich länger gearbeitet als vertraglich vereinbart. Noch höher ist der Anteil bei Mobiler Arbeit, wie die DGB-Auswerung zeigt. 15 Prozent aller Befragten erbringen (sehr) häufig Überstunden, ohne dafür vergütet zu werden.
Oftmals gehen die Überstunden mit hohem Belastungsempfinden einher. Auch Defizite in der Arbeitsorganisation (Störungen und Unterbrechungen, Widersprüchliche Anforderungen) werden als Ursachen genannt. Gleichzeitig wird an der Qualität der Arbeitsausführung gespart, um die Arbeitsmenge bewältigen zu können.
Überstunden rangieren in gesundheitsgefährdendem Bereich.
10 % der Vollzeitbeschäftigten kommen aufgrund von Überstunden auf überlange Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden pro Woche. Hier schlagen Arbeitsmediziner*innen Alarm: das kann nicht zu unterschätzende gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen.
Zum Thema Überstunden sagt Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied: »Überstunden zu machen ist in Deutschland nicht nur weit verbreitet, sondern für die Beschäftigten oft auch gesundheitsschädlich.«
Sie bezeichnet die Diskussion um eine wöchentliche Höchtarbeitszeit wegen der gesundheitlichen Risiken von Mehrarbeit als »Giftcocktail für die Gesundheit und Leistungskraft von Beschäftigten.«
Bei schwächelnder Wirtschaft auf der Suche nach Lösungen immer zuerst auf die Arbeitnehmer zu zeigen, sei ein falscher und unfairer Reflex. Ziel der bevorstehenden Koalition müsse es sein, Arbeitszeit so zu gestalten, dass sie die Gesundheit der Beschäftigten schützt und ihnen eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht.
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Quelle:
Mitteilung des DGB vom 22.3.2025
© bund-verlag.de (mst)