DGB wertet duale Ausbildung als Erfolgsmodell
Die Ergebnisse des vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) durchgeführten Ausbildungsreports 2025 lassen auf eine insgesamt positive Entwicklung der Ausbildungsqualität schließen. Dennoch besteht in einigen zentralen Bereichen Nachholbedarf. So sind Auszubildende zum Beispiel mit ihren Zukunftsperspektiven und ihrer finanziellen Absicherung unzufrieden.
Bei der Zufriedenheit mit der Ausbildung insgesamt gibt es messbare Unterschiede zwischen den Branchen bzw. Ausbildungsberufen. Zwar sind 71,6 % der befragten Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden. Insbesondere in der Versicherungswirtschaft, der öffentlichen Verwaltung und im Mechatronikbereich haben die Nachwuchskräfte wenig zu beanstanden. 80 % geben in diesen Berufssparten an, mit ihrer Ausbildung zufrieden zu sein. Im Gast- und Hotelgewerbe und bei den Friseurinnen und Friseuren sieht die Lage anders aus: hier sind nur 60 % der befragten Auszubildenden zufrieden.
Laut DGB-Bundesjugendsekretär Kristof Becker müsste die Arbeitgeberseite in manchen Branchen mehr für gute Ausbildungsbedingungen tun. Dennoch sieht er die duale Berufsausbildung als Erfolgsmodell. Die Entscheidung für eine Ausbildung sei ein guter Schritt ins Erwerbsleben.
»Lehrjahre sind keine Herrenjahre«
Als positiv bewertet der DGB, dass die Zahl der geleisteten Überstunden und von ausbildungsfremden Tätigkeiten zurückgegangen ist. Dennoch arbeitet rund ein Drittel der Auszubildenden mehr als vertraglich vereinbart.
Und auch so manches Vorurteil wird vom Ausbildungsreport untermauert. Trotz des Rückgangs der ausbildungsfremden Tätigkeiten werden rund 15 % der Auszubildenen zu Aufgaben wie Kaffeekochen oder Putzen herangezogen.
Zukunft teils ungewiss
Für große Unsicherheit sorgt bei Auszubildenden die Frage nach der beruflichen Zukunft, da im letzten Lehrjahr vier von zehn Befragten nicht wissen, ob sie übernommen werden. Der DGB fordert hier klare gesetzliche Regelungen zur Übernahme nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss.
Sorgenfalten bereitet auch die problematische finanzielle Situation vieler junger Menschen in Ausbildung. Der DGB-Auswertung zufolge können 62,8 % nicht eigenständig – also nicht ohne Unterstützung – von ihrer Ausbildungsvergütung leben. Fast ein Drittel ist auf Hilfe der Eltern angewiesen, 12,7 % müssen zusätzlich zur Ausbildung jobben. Die DGB-Jugend fordert daher eine Erhöhung der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung von aktuell 682 Euro brutto auf mindestens 834 Euro brutto, was 80 % der durchschnittlichen tariflichen Vergütung entspricht.
Der Ausbildungsreport des DGB basiert auf der Befragung von 9.090 Auszubildenden aus den 25 beliebtesten Ausbildungsberufen. Die Erhebung fand zwischen September 2024 und April 2025 statt.
Hier ist der vollständige Ausbildungsreport zu finden
© bund-verlag.de (mst)
Quelle
Pressemitteilung des DGB vom 21.8.2025