Die Kollegin KI und ihre Auswirkungen
Seit drei Monaten hat die Abteilung ein neues KI-System. Es beantwortet Fragen, analysiert Fälle, formuliert Bescheide. Alles über ein Chatfenster. Im Hintergrund steuert es Workflows und erfasst Bearbeitungszeiten. In der Betriebsvereinbarung steht: »technisches Hilfsmittel«. In der Abteilung sagt Lena: »Ich frag erstmal meine KI.« Thomas am Nachbartisch sagt nichts. Wer mit einem System arbeitet, das in natürlicher Sprache antwortet und auf Rückfragen eingeht, unterstellt unwillkürlich Absichten und Persönlichkeit. So funktioniert menschliches Denken – automatisch, auch gegen besseres Wissen. Das System fühlt sich an wie ein Gegenüber. In der Betriebsvereinbarung steht: Werkzeug. Diese Diskrepanz erzeugt Belastungen, die bisher kaum jemand sieht, weil sie psychologischer Natur sind und schleichend entstehen.
Laut »BAuA-Befragung DiWaBe 2.0« nutzen mehr als 60 % der Befragten bereits KI bei der Arbeit – bei gleichzeitig höherer Arbeitsintensität. Der Fehlzeiten-Report 2025 widmet seinen Schwerpunkt dem Thema KI und Gesundheit. Zu kurz kommt die arbeitspsychologische Perspektive. Sie erklärt, warum Beschäftigte auf KI reagieren und wie sie reagieren. Datenschutz, IT-Mitbestimmung und klassische Gefährdungsbeurteilungen erfassen diese Reaktionen bisher kaum.
Wenn das Vertrauen wächst – und das Denken schwindet
Lena öffnet morgens das Chatfenster: »Fall 2847, Zusammenfassung und Bescheidvorschlag.« Das System antwortet in Sekunden und der Vorschlag ist gut – meistens. In der ersten Woche hat sie jeden Vorschlag vollständig gegengelesen. In der dritten Woche liest sie noch die Zusammenfassung. Im dritten Monat den ersten Satz. Das System liefert gute Ergebnisse, also vertraut sie ihm. Das ist kein Fehler von ihr – so funktioniert menschliches Denken. (...)
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Wird die Erfahrung der Beschäftigten unsichbar, wenn die KI alles weiß? Was passiert, wenn sich Beschäftigte nur noch auf die KI verlassen und das System plötzlich ausfällt? Welche Fragen sollte eine Gefährdungsbeurteilung klären? Mehr dazu lest Ihr im vollständigen Beitrag von Jörn J. Degenhardt in der »Computer und Arbeit« 6/2026 ab Seite 34. Abonnent*innen können den vollständigen Beitrag hier lesen.
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