Gleichberechtigung

Freiwillige Frauenquote weicht Geschlechterklischees auf

10. Juli 2025
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Quelle: Robert Kneschke_Dollarphotoclub

In Betrieben mit freiwilligen Frauenquoten sind die Beschäftigten egalitärer eingestellt, was Vorstellungen über Geschlechterverhältnisse in der Arbeitswelt betrifft. Das zeigt eine Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI).

Die rund 2400 Teilnehmenden – Beschäftigte aus 82 Großbetrieben mit mindestens 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – wurden nach ihren Ansichten zu geschlechtsspezifischen Aspekten der Arbeitswelt befragt: Ob Männer und Frauen beide zum Haushaltseinkommen beitragen sollten, ob ein Kind darunter leidet, wenn seine Mutter arbeitet, oder ob es für alle besser ist, wenn nur die Männer arbeiten und die Frauen zu Hause bleiben.

Umdenken durch positive Erfahrung

Das Ergebnis der Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): Beschäftigte in Betrieben mit freiwilligen Frauenquoten zeigen egalitärere Ansichten als Beschäftigte an Arbeitsplätzen ohne eine solche Maßnahme. Im Durchschnitt ist die Wahrscheinlichkeit, dass Beschäftigte in Betrieben mit Frauenquoten traditionelle geschlechtsspezifische Ideologien äußern, um 1,5 Prozentpunkte geringer. Sie stimmen mit einer um 3,8 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit der Aussage zu, dass sowohl Frauen als auch Männer zum Haushaltseinkommen beitragen sollten. Außerdem widersprachen sie mit einer um 9 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit der Aussage, dass nur die Männer im Erwerbsjob arbeiten und die Frauen zu Hause bleiben sollten.

Laut WSI-Expertin Dr. Eileen Peters kein Zufall, es bedürfe jedoch weiterer Forschungen. Eine mögliche Erklärung für den positiven Effekt sei, dass Frauen durch die Quote neue Rollen und Karrieremöglichkeiten kennenlernen und das Vorhandensein einer Frauenquote eine Kultur in Betrieben fördere, in der Frauen eher als gleichberechtigter Teil der Belegschaft gesehen werden – und zwar geschlechterübergreifend. 

Quelle

Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung vom 9.7.2025

© bund-verlag.de (mst)

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