Sonderpreisträger der DGB-Jugend im Interview

Willkommen zur JAV-Tagesschau

14. Mai 2024
JAVen2023

Die Jugend- und Auszubildendenvertretungen des Südwestrundfunks erzielten zahlreiche Verbesserungen für die Lernenden und erhielten dafür beim DPRP 2023 den Sonderpreis der DGB-Jugend. Jan Brödner und Safi Meddah berichten, wie die JAV sicht- und hörbar wird und warum Vernetzung so wichtig ist.

Wie wirkt sich der Spardruck bei den Öffentlich-Rechtlichen auf die Lernenden aus?

In der öffentlichen Wahrnehmung herrscht häufig noch die Meinung, dass ARD und ZDF das Geld mit vollen Händen ausgeben würden. Aber weit gefehlt. Der Spardruck ist gewaltig und auf allen Ebenen zu spüren. Das betrifft auch uns Lernende. Ob es um die Betreuung vor Ort geht, finanzielle Mittel für die Ausbildung oder auch die Wertschätzung der jungen Mitarbeitenden – da geht einiges an Qualität verloren. Wir haben daher eine Umfrage unter den insgesamt rund 160 Azubis, Dual-Studierenden und Volontär:innen durchgeführt und alle Beteiligten mit ins Boot geholt, um Verbesserungen zu erzielen.

Wie seid Ihr vorgegangen?

Wir haben von Beginn an darauf gesetzt, uns standortübergreifend zu vernetzen und intensiv untereinander auszutauschen. Das ist nicht nur zwischen den einzelnen JAV-Gremien an den SWR-Standorten, u.a. in Baden-Baden, Mainz und Stuttgart, erfolgt. Wir haben – neben dem Gespräch mit den verantwortlichen Abteilungs- und Geschäftsleitungen sowie der Intendanz – auch den Austausch mit dem Personalrat, der Schwerbehindertenvertretung und den Beauftragen für Chancengleichheit und Vielfalt gesucht. Außerdem haben wir uns auch ARD-weit vernetzt, um über die einzelnen Sendeanstalten hinaus von anderen zu lernen. Uns war von Anfang an klar, dass wir umso mehr Gehör finden, je enger wir uns zusammenschließen und auf unsere Anliegen aufmerksam machen.

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Welche Rolle spielte dabei die Zusammenarbeit mit dem Personalrat?

Der Personalrat war für uns ein wichtiger Partner, um unsere Ziele zu erreichen. Die Kolleginnen und Kollegen im Personalrat haben zudem schnell gemerkt, dass wir als JAV nicht nur die »jungen Wilden« sind, die einfach mal auf die Pauke hauen, sondern sehr wohl wissen, wovon wir sprechen. Wir treten als Jugend- und Auszubildendenvertretung selbstbewusst auf, sind sicht- und hörbar und haben uns so auch Respekt erarbeitet. Zudem haben wir konsequent die Sitzungen des Personalrats genutzt, um unsere Ziele
zu kommunizieren, und immer darauf hingewiesen, dass uns eine engmaschige Zusammenarbeit mit allen Mitbestimmungsgremien sehr wichtig ist.

Was hat sich durch Euren Einsatz konkret verbessert?

Geplant war u.a. eine Erhöhung der Kantinenpreise auch für die Lernenden. Hier konnten wir einen Rabatt von 30 % für Azubis, Dual- Studierende und Volontär:innen erreichen. Eine weitere Verbesserung bezieht sich auf die Übernahme von Kosten für die Bahncard 100. Darüber hinaus gab es vielfach den Wunsch nach mehr Austauschmöglichkeiten für Lernende. Wir haben das aufgegriffen und verschiedene Events initiiert. Dazu zählen beispielsweise ein Onboarding- Grillen für neue junge Kolleg:innen und regelmäßige gemeinsame Mittagessen sowie weitere Angebote zum Kennenlernen nach der Arbeit. Und natürlich nicht zu vergessen unsere »JAV-Tagesschau«.

Worüber berichtet Ihr in der »JAV-Tagesschau«?

An erster Stelle geht es um unsere Arbeit und die aktuellen Themen in der Jugend- und Auszubildendenvertretung. Unser Format ist an das berühmte Vorbild, das täglich um 20.00 Uhr auf dem Bildschirm erscheint, angelehnt. 4-mal jährlich berichten wir in 10 bis 15 Minuten mit eigenen Moderatoren und Reportern in Filmbeiträgen und mit zahlreichen O-Tönen von und über die Situation der Azubis im SWR. Das Ganze soll unterhaltsam und gerne auch mal mit einem satirischen Unterton die Lernenden auf den Stand der JAV bringen. Die Resonanz ist gut und wir sind derzeit bereits in der Planung für die insgesamt achte Folge der »JAV-Tagesschau«. Sie steht in unserem Intranet zur Verfügung, und wir registrieren hier Zugriffe, die auch weit über die Lernenden hinausgehen.

Zum Schluss: Was sind Erfolgsfaktoren für gute JAV-Arbeit?

Motivation und Spaß an der Sache sind unabdingbar. Außerdem braucht es einen langen Atem, denn viele Themen sind Dauerbrenner, zu denen ständige Gespräche erfolgen müssen und für die auch Kompromissbereitschaft notwendig ist. Es muss nicht gleich ein Riesenprojekt sein, das man sich vornimmt. Eine gemeinsame Mittagspause für die Lernenden zu organisieren, kann da schon mal ein guter Einstieg sein. Und ganz wichtig: Wer seine Rolle als Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung kennt, sich konsequent  weiterbildet, gerade auch in rechtlichen Fragen, der muss sich von Dritten nicht reinreden lassen.

Das Interview führte Christof Herrmann, Pressesprecher des Bund-Verlags.

Aus: Der Personalrat 5/2024, S. 36f.

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