Licht und Schatten bei der Berufsausbildung
Die besten Übernahmechancen hatten laut IAB Auszubildende im Finanz- und Versicherungswesen, in den Bereichen Bergbau/Energie- und Wasserversorgung, Verkehr und Lagerei sowie in der öffentlichen Verwaltung: Hier lag die Übernahmequote bei fast 90 %. Als Schlusslicht mit einer Übernahmequote von 60 % rangiert die Land- und Forstwirtschaft.
Positiv: Die Übernahmequote stieg 2024 in allen Branchen. Im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bereich Information und Kommunikation stieg die Übernahmequote am schwächsten, während der Zuwachs mit 36 % im Bereich Erziehung und Unterricht am stärksten ausfiel.
Potenziale bleiben ungenutzt
Ein großes Problem stellen die vielen unbesetzten Ausbildungsplätze dar: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sank im Jahr 2024 auf 471.000. »Jede dritte Ausbildungsstelle bleibt unbesetzt, obwohl die Nachfrage der Jugendlichen nach einer dualen Ausbildung zuletzt wieder gestiegen ist. Der Anteil nicht besetzter Ausbildungsstellen liegt somit weiterhin weit über dem Niveau vor Corona“« so IAB-Forscherin Ute Leber.
Ein weiteres Problem ist die Quote der auszubildenden Betriebe. Obwohl rund die Hälfte aller Betriebe ausbiklden dürfte, beteiligt sich nur etwas mehr als ein Viertel an der Nachwuchsgewinnung. Der häufigste Grund, warum Betriebe nicht ausbilden, ist der Studie zufolge fehlendes Personal. Somit verstärke der Fachkräftemangel heute den Fachkräftemangel von morgen, sagt IAB-Forscherin Barbara Schwengler.
Quelle:
Pressemitteilung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) vom 24.7.2025
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