Rückgang der Ausbildungsplätze gefährdet die Wirtschaft
In den für die IG Metall wichtigen Berufen zählte die Gewerkschaft 3600 weniger neue Auszubildende. Zum Vergleich: 2019 erhielten 10.000 mehr junge Menschen einen Ausbildungsvertrag als heute. Das ergibt die Studie „Ausbildungsbilanz 2024“ der IG Metall.
IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban warnt vor einer negativen Entwicklung: Wenn Unternehmen weniger oder keine junge Menschen ausbilden, sei das wirtschaftlicher Suizid. Eine mangelhafte Industriepolitik provoziere zudem eine frustrierte junge Generation.
Ausbildungszahlen rückläufig
Deutlich abgenommen hat im beruflichen Bereich der IG Metall die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in den IT-Berufen (minus 1600) und der Kaufleute und Logistik (minus 2500), Metall- und Elektroberufe sowie Konstruktionsberufe stagnierten. Positive Entwicklungen gibt es weiterhin in Handwerksberufen (+ 612).
IG Metall-Vorstand Urban fordert von der nächsten Bundesregierung, einen garantierten Zugang zu einer vollqualifizierenden beruflichen Erstausbildung für Jugendliche.
Die IG Metall kritisiert insbesondere ein zu geringes Engagement der allermeisten Unternehmen: Nur noch 19 Prozent aller Betriebe bilden der Studie zufolge Nachwuchs aus, vier Fünftel also nicht. Gleichzeitig sinkt in den Betrieben die Zahl der Auszubildenden gemessen an der Gesamtzahl aller Beschäftigten: Aktuell kommen in den Branchen der IG Metall auf 100 Beschäftigte in ausbildenden Betrieben nur noch gut 4 Azubis. 2019 waren es noch 5 Azubis je 100 Beschäftigte.
Hinweis: Die »Ausbildungsbilanz 2024« der IG Metall steht hier zum Download bereit
Quelle:
Pressemitteilung der IG Metall vom 13.2.2025
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