Arbeitsschutz

Sicher und gesund durch die Berufsausbildung

22. Oktober 2026
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Quelle: © industrieblick / Foto Dollar Club

In Deutschland waren 2025 rund 1,2 Millionen Auszubildende in einer dualen Ausbildung aktiv: Das sind junge Menschen in einer besonderen Lebensphase, in der sie auch Sicherheits- und Gesundheitskompetenzen entwickeln sollen. Romy Krug und Stefanie Hobrack-Zscheich vermitteln in der Zeitschrift »Gute Arbeit« 10/2026, wie das Arbeitsschutzrecht, praxisnahe Präventionsansätze und Sensibilisierung dabei helfen.

Die gute Nachricht: Für Auszubildende gelten – wie für alle Beschäftigten – gelten sämtliche Vorschriften des Arbeitsschutzrechts, für minderjährige Azubis gilt zudem das Jugendarbeitsschutzgesetz. Rechtlich sind die Ausbildungsbetriebe und berufsbildende Bildungseinrichtungen verpflichtet, zur Sicherheit und Gesundheit junger Menschen beizutragen.

Verpflichtung der Betriebe und Bildungseinrichtungen

Die wichtigsten übergreifenden Rechtsgrundlagen sind das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (DGUV Vorschrift 1). Danach sind Auszubildende in die Arbeitsschutzorganisation zu integrieren, bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen (§3 DGUV Vorschrift 1, §§ 5, 6 ArbSchG) und bei den Unterweisungen (§ 4 DGUV Vorschrift 1, § 12 ArbSchG) einzubeziehen.

Für einzelne Ausbildungsberufe regeln Ausbildungsordnungen auch verbindliche Vorgaben zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Diese Regelungen verpflichten die Ausbildungsbetriebe und berufsbildenden Bildungseinrichtungen dazu, junge Erwachsene zur Entwicklung berufsbezogener und berufsübergreifender Handlungskompetenzen zu befähigen – einschließlich der Kompetenz, ihre Gesundheit zu schützen, spezifische Unfallgefahren zu erkennen und zu vermeiden.

Berufliche und persönliche Orientierung

Die meisten Auszubildenden sind zwischen 16 und 22 Jahren alt. In dieser Lebensphase stehen die Sicherheitsorientierung und Risikowahrnehmung nicht vorrangig im Fokus. Es geht eher um persönliche Freiheit, Unabhängigkeit, Identität, Autonomie, emotionale Erfahrungen und Reife, schließlich um das Festigen der individuelle Persönlichkeit. In der neuen Umgebung „Beruf“ ändern sich Bezugspersonen, Lernorte, Erwartungen und Anforderungen.

In dieser komplexen Lebensphase sollen junge Erwachsene auch lernen, Verantwortung für ihre Sicherheit und Gesundheit zu übernehmen. Die Ausbildung ist daher zentral für das Entwickeln sicherheits- und gesundheitsbewussten Handelns, was zur Persönlichkeitsentwicklung gehört.

Unfallgeschehen und Prävention

Die Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ergeben: 2024 wurden im Altersbereich bis 25 Jahre 15 Prozent der meldepflichtigen Unfälle angezeigt; das waren 25.900 Arbeitsunfälle von Azubis. Der Blick auf die Unfallquote bestätigt ein erhöhtes Unfallgeschehen: Beschäftigte ab 30 Jahren aufwärts haben eine Unfallquote von 15,2 Arbeitsunfällen je 1.000 Beschäftigte, die relativ konstant ist; bei den unter 25-Jährige beträgt die Quote 20,8 Arbeitsunfälle je 1.000 Beschäftigte.

Der Lernort Berufsausbildung muss daher den technischen, organisatorischen und pädagogischen Rahmen schaffen, junge Erwachsene für sichere und gesundheitsförderliche Arbeit zu gewinnen und entsprechendes Verhalten im Alltag zu integrieren. Dazu gehört die vorschriftenkonforme Gestaltung der Arbeits- und Bildungsbereiche sowie die Bereitstellung sicherer Arbeits-, Lehr- und Lernmittel. Vordringlich ist zudem eine ausgeprägte Präventionskultur, zu der gemeinsame Haltungen und gelebte Werte gehören.
(…)

Den vollständigen Beitrag in »Gute Arbeit« 10/2026 lesen (S. 13-16).

    Weitere Informationen

    Neugierig auf den Beitrag von Romy Krug und Stefanie Hobrack-Zscheich? Lesen in der Zeitschrift »Gute Arbeit« 10/2026, Titelthema: Ausbildung und Berufsstart – Die nächste Generation aktiv im Arbeitsschutz. Die Fachbeiträge:

    • Sophie Schlingmann: Im Fachkräftemangel schwächelt die Ausbildung (S. 8 ff.)
    • Romy Krug, Stefanie Hobrack-Zscheich: Sicher und gesund durch die Berufsausbildung (S. 13 ff.).
    • Sasha König, Jessika Rotgang: JAV: Gute Ausbildung braucht Mitbestimmung (S. 17 ff.).
    • Milena Bähnisch: Arbeitsschutz von Anfang an – ein Präventionsprogramm wirkt (S. 20 ff.),

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