Betriebsfrieden

Spaltung im Betrieb verhindern

16. August 2022 Post-Covid, Corona
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Quelle: © VRD / Foto Dollar Club

Meinungsverschiedenheiten werden zunehmend öffentlich auf der Straße oder bei Pausengesprächen in den Betrieben ausgetragen. Je nachdem wie die Diskussionen geführt werden, führt das zur Spaltung. Wie der Betriebsrat Konflikte lösen kann, erfahrt ihr von unserem Experten Matti Riedlinger in der AiB 7-8/2022.

Betrachtet man die aktuellen Zahlen des ARD-DeutschlandTrends, so sind die Deutschen in der Frage, ob Deutschland schwere Waffen in die Ukraine liefern sollte, tief gespalten: 45 Prozent sprechen sich dafür aus und genauso viele - also auch 45 Prozent - sind dagegen (ARD-DeutschlandTrend v. 28. 4. 2022). Dies ist nur eines von vielen Beispielen, das zeigen soll, wie uneins sich die Gesellschaft in vielen Angelegenheiten ist.

Angefangen von Debatten zur Aufnahme von Geflüchteten („Wir schaffen das“, Angela Merkel, Bundeskanzlerin a. D.), über die Auseinandersetzung zu den Corona-Maßnahmen und einer allgemeinen Impfpflicht gegen eben jene Viruserkrankung, bis hin zu offenen Konfrontationen zwischen ukrainisch- und russischstämmigen Menschen ist eines klar geworden: Meinungsverschiedenheiten spiegeln sich nicht nur in Statistiken wieder, sondern werden zunehmend auch bei Demonstrationen in der Öffentlichkeit oder bei Gesprächen in den Betrieben ausgetragen.

Auf Spaltung im Betriebsrat richtig reagieren

Wer kennt das nicht: Mal wieder geht es in der Betriebsratssitzung um eine neue Vereinbarung zu Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen gegen das Coronavirus. Und mal wieder gibt es Stimmen im Gremium, die behaupten, das sei alles übertrieben und schränke die Rechte der einzelnen Beschäftigten ein. Spätestens mit den flächendeckend eingeführten 3G-Zutrittskontrollen - mittlerweile wieder außer Kraft -, ist die Diskussion um die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen auch in den Betriebsräten entbrannt. Zunächst einmal ist in solchen Fällen festzuhalten, dass der Betriebsrat die Gesamtbelegschaft und deren Interessen vertritt. In den allermeisten Fällen ist das Gremium gesetzlich beauftragt, das Beste „zugunsten“ der Beschäftigten zu erreichen. Nicht seltener sind auch Regeln zum Arbeits- und Gesundheitsschutz einschlägig, deren Umsetzung der Betriebsrat zu überwachen hat. Doch nicht alle Konflikte lassen sich mittels der Argumentation, das sei der gesetzliche Auftrag lösen.

Zeit nehmen für Konfliktgespräche

Oftmals sind persönliche Befindlichkeiten betroffen. In dem Fall sollte das Gremium sich füreinander Zeit nehmen, um erst einmal „zuzuhören“ statt vorschnell zu urteilen. Reicht auch dies nicht aus, eignet sich bei fortgeschrittener Spaltung oftmals ein klassisches Konfliktgespräch. Dieses sollte von einem unbeteiligten Dritten begleitet werden und besteht in der Regel aus vier Phasen.

Wie ein klassisches Konfliktgespräch aussehen kann und welche Haltung der Betriebsrat dabei einnehmen sollte, erfahrt ihr im Beitrag von Matti Riedlinger in der AiB 7-8/2022 ab Seite 44.

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