Weihnachtsgeld

Tarifgebundene Arbeitgeber zahlen öfter Weihnachtsgeld

06. November 2017
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Quelle: © Roman Sigaev / Foto Dollar Club

Rund 55 Prozent der Beschäftigten in Deutschland können sich am Ende des Jahres über ein Weihnachtsgeld freuen. So eine Online-Umfrage des Lohnspiegels. Beschäftigte, in deren Betrieb ein Tarifvertrag gilt, erhalten in 71 Prozent der Fälle ein Weihnachtsgeld. Ist der Arbeitgeber nicht tarifgebunden, profitieren nur 44 Prozent.

Ob deutsche Beschäftigte Weihnachtsgeld bekommen, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • West/Ost: In Westdeutschland bekommen 57 Prozent, in Ostdeutschland 45 Prozent der Beschäftigten ein Weihnachtsgeld.
  • Geschlecht: Frauen erhalten seltener Weihnachtsgeld als Männer. Bei den Frauen sind es 51 Prozent, bei den Männern dagegen 57 Prozent.
  • Befristung: Beschäftigte mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen zu 56 Prozent ein Weihnachtsgeld, befristet Beschäftigte nur zu 49 Prozent.
  • Gewerkschaftsmitgliedschaft: 62 Prozent der Mitglieder einer Gewerkschaft erhalten ein Weihnachtsgeld, Nichtmitglieder dagegen nur zu 53 Prozent.

Grundsätzlich sehen in den meisten Wirtschaftszweigen die geltenden Tarifverträge ein Weihnachtsgeld vor. Dies zeigt die Auswertung des WSI-Tarifarchivs.

Die Umfrageergebnisse haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum veränderten. Siehe hierzu unsere Meldung zum Vorjahr.

Dort, wo die Tarifabschlüsse dieses Jahr höher ausgefallen sind, steigen auch die tariflichen Weihnachtsgelder stärker. Die Spanne reicht von

  • plus 1,5 Prozent im Bankgewerbe,
  • 2,0 Prozent unter anderem in der Druckindustrie sowie im Einzelhandel Nordrhein-Westfalens und Brandenburgs,
  • 2,1 Prozent im Versicherungsgewerbe
  • über 2,3 Prozent in der Eisen- und Stahlindustrie und
  • 2,8 Prozent in der Metall- und Elektroindustrie bis zu
  • 3.0 Prozent in der chemischen Industrie Nordrhein und
  • 5,5 Prozent in der chemischen Industrie Ost.

Ein im Vergleich hohes Weihnachtsgeld erhalten unter anderem die Beschäftigten

  • im Bankgewerbe,
  • in der Süßwarenindustrie,
  • in der Chemieindustrie, in der Druckindustrie
  • sowie in der Textilindustrie (Westfalen) - 95 bis 100 Prozent eines Monatseinkommens.
  • Bereiche Versicherungen (80 Prozent),
  • Einzelhandel (West: vorwiegend 62,5 Prozent)
  • Metallindustrie (überwiegend 55 Prozent).

In vielen Tarifbereichen haben die Beschäftigten in den neuen Ländern mittlerweile gleichgezogen. Weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen erhalten die Ost-Beschäftigten zum Beispiel in der Textilindustrie (60 Prozent) oder im öffentlichen Dienst (Gemeinden: 44 bis 66 Prozent). Kein Weihnachtsgeld erhalten unter anderem die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe Ost und im Gebäudereinigerhandwerk (West und Ost).

Quelle:

Medung des Lohnspiegels

© bund-verlag.de (ls)

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