Tarifverträge

Tariflöhne gehen europaweit nach oben

21. Juli 2025
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Quelle: stockWERK_Dollarphotoclub

Erstmals seit dem Inflationsschub des Jahres 2021 haben die Tariflöhne im vergangenen Jahr in Europa zugelegt: Für die Eurozone lag der nominale Zuwachs bei 4,5 Prozent. Nach Berücksichtigung der Inflation hatten Beschäftigte ein Plus von 2,1 Prozent in der Lohntüte.

Besonders hohe Kaufkraftgewinne gab es dem Europäischen Tarifbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zufolge in Österreich (5,4 %), Portugal (4,5 %) und der Slowakei (3,8 %). In Deutschland lag der inflationsbereinigte Zuwachs mit 2,8 Prozent leicht oberhalb des Durchschnitts.

Während der jüngsten Inflationskrise waren die Tarifsteigerungen zunächst deutlich hinter die explodierende Inflationsrate zurückgefallen. Das lag laut Europäischem Tarifbericht häufig an den langen Laufzeiten von Tarifverträgen, die etwa in Deutschland durchschnittlich zwei Jahre betragen. Während eines laufenden Tarifvertrags herrscht Friedenspflicht, sodass die Gewerkschaften erst mit Verzögerung auf unvorhergesehene Ereignisse wie die Preisschocks reagieren konnten. 

Und: Es besteht weiterhin Nachholbedarf. Die hohe Lohnquote aus der Zeit vor dem Inflationsschub wurde noch nicht wieder erreicht: Mit Ausnahme Portugals liegen die Tariflöhne laut WSI in allen Ländern mit verfügbaren Daten nach Abzug der Inflation noch unterhalb des Niveaus des Jahres 2020. Besonders drastisch sind die Verluste in Tschechien (-11,4 %), Italien (-9,1 %) und Spanien (-5,6 %). In Deutschland beträgt der Rückstand gegenüber dem Jahr 2020 nach den Daten des WSI-Tarifarchivs noch 4,7 Prozent. 

Quelle: 

Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung zum Neuen Europäischen Tarifbericht des WSI

© bund-verlag.de (mst)

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