Weniger krank bei emotionaler Bindung an Arbeitgeber
Der Spitzenwert von 225 Arbeitsunfähigkeitsfällen je 100 erwerbstätige AOK-Mitglieder aus dem vergangenen Jahr ist bereits im Zeitraum von Januar bis August 2024 erreicht worden. Der wesentliche Treiber seien nach wie vor Atemwegserkrankungen. Ein langfristig wirkender Faktor für höhere Krankenstände sei zudem der stetige Anstieg von Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen, die besonders lange Krankschreibungen verursachen.
Zusammenhang zwischen Bindung und Gesundheit
Der aktuelle Report mit dem Titel »Bindung und Gesundheit – Fachkräfte gewinnen und halten« beleuchtet die jüngste Entwicklung der Krankschreibungen. Demnach waren Beschäftigte, die eine höhere emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber hatten, zufriedener mit ihrer Arbeit, sind seltener krankgeschrieben, gehen seltener trotz Erkrankung zur Arbeit und zeigen eine signifikant geringere Wechselabsicht.
Die emotionale Bindung von Beschäftigten an ihr Unternehmen kann vor allem durch das Verhalten der Führungskraft und die individuelle Passung der eigenen Arbeitssituation zu den Bedürfnissen und Wünschen der Beschäftigten positiv beeinflusst werden.
Arbeitgeber sollten in Betriebliche Gesundheitsförderung investieren
»Wenn Organisationen ihre Beschäftigten längerfristig binden wollen, sollten sie Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und zur Verbesserung der individuellen Passung der Beschäftigten zur eigenen Arbeit ergreifen. Außerdem sollten sie die Führungskompetenzen ihres Leitungspersonals stärken und mit Betrieblicher Gesundheitsförderung in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden investieren«, so das Fazit von Johanna Baumgardt, Forschungsbereichsleiterin für Betriebliche Gesundheitsförderung im WIdO und Mitherausgeberin des Fehlzeiten-Reports.
In der aktuellen Befragung gaben fast alle Befragten (91,9 Prozent) an, dass der eigene Arbeitgeber Ange-bote der Betrieblichen Gesundheitsförderung vorhält. Die Hälfte dieser Personen hatte solche Angebote bereits in Anspruch genommen.
Für die repräsentative Befragung des Fehlzeiten-Reports 2024 sind insgesamt 2.501 abhängig Beschäftigte von 18 bis 66 Jahren durch das forsa-Institut befragt worden.
Quelle:
PM der AOK zum Fehlzeiten-Report 2024 vom 8.10.2024
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