Windows Recall: Effizienz vs. Privatsphäre?
Seit der Ankündigung von Microsofts Recall (auf Deutsch etwa „Rückruf“ oder „Wiedervorlage“) gibt es massive Kritik an Datenschutz und Sicherheit der neuen Funktion. Microsoft pausierte daher das Ausrollen und schickt Recall noch einmal ins Insider-Programm. Das verschafft Betriebsräten Zeit, sich schon einmal aus Sicht der Mitbestimmung mit dem Thema Recall zu beschäftigen.
Was ist Windows Recall?
Aber worum geht es überhaupt? Microsoft beschreibt die neue Funktion im Betriebssystem Windows 11 so: „Suchen Sie im Zeitverlauf nach den benötigten Inhalten. […] Mit Recall haben Sie eine erlebbare Zeitleiste der Vergangenheit Ihres PCs. Beschreiben Sie einfach, wie Sie sich daran erinnern, und Recall wird den Moment abrufen, in dem Sie es gesehen haben. Jedes Foto, jeder Link oder jede Nachricht kann ein neuer Punkt sein, von dem aus sie fortfahren können. Momentaufnahmen Ihres Bildschirms werden nur gespeichert, wenn Sie sich für das Feature entscheiden. Wenn Sie sich für das Feature entscheiden, wird bei der Verwendung Ihres PCs eine Momentaufnahme Ihres Bildschirms gespeichert. Momentaufnahmen werden in regelmäßigen Abständen erstellt, während sich der Inhalt auf dem Bildschirm von den vorherigen Momentaufnahme unterscheidet. Ihre Momentaufnahmen werden dann lokal gespeichert und lokal auf Ihrem PC analysiert. Die Analyse von Recall ermöglicht es Ihnen, in natürlicher Sprache nach Inhalten, einschließlich Bildern und Text, zu suchen.“
Kurz gesagt: Windows Recall ermöglicht es, vergangene Bildschirmaktivitäten durch Eingabe von Stichwörtern zu durchsuchen. Dazu erstellt es automatisch alle fünf Sekunden Screenshots und speichert diese lokal auf dem Gerät. Hat mal also beispielsweise nur noch im Kopf, dass man kürzlich ein gutes Rezept für Kürbiskuchen gelesen hat, weiß aber nicht mehr wo, könnte man Recall bitten, die Webseite „mit dem Kürbiskuchen von letzter Woche“ zu zeigen. Recall durchsucht dann die gespeicherten Bildschirmfotos und findet die passende Seite. Dass hierzu eine Menge an Daten erhoben und verarbeitet wird, ist offensichtlich.
Welche Daten sammelt Microsoft?
Microsoft hat bereits in der Vergangenheit Kritik für den Umgang mit Benutzerdaten erfahren, insbesondere in Bezug auf die Telemetriedaten, die für die Optimierung und Verbesserung des Systems verwendet werden. Mit Windows 11 hat Microsoft versucht, diesen Bedenken zu begegnen, indem es den Usern mehr Kontrolle über die gesammelten Daten einräumt und gleichzeitig die notwendigen technischen Funktionen beibehält, die für die Wartung und Sicherheit des Systems erforderlich sind.
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Den vollständigen Beitrag von Mattias Ruchhöft lesen Abonnent:innen in
Computer und Arbeit 11/2024, S. 22 ff.
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