Aktuell in "Der Personalrat"

Mehr Anerkennung

18. Mai 2021
Elke Hannack

Der Bewerbungsschluss für den Deutschen Personalräte-Preis 2021 am 31. Mai rückt näher. Elke Hannack gehört seit dem Jahr 2013 zur Experten-Jury, die über die Vergabe der Auszeichnungen entscheidet. Sie erläutert, warum sich eine Teilnahme für Personalräte auf jeden Fall noch lohnt.

Welche »Baustellen« beschäftigen Personalräte aktuell?

Seit über einem Jahr ist die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Die Corona-Pandemie ist eine Ausnahmesituation, da wurde vielerorts erstmal improvisiert. Beim Homeoffice z. B. ging es vor allem um den Infektionsschutz und um Schnelligkeit in der Umsetzung. Das wird in Zukunft nicht der Maßstab sein. Wenn Beschäftigte dann weiter regelmäßig von zu Hause arbeiten wollen, braucht es verbindliche Regeln gegen die Entgrenzung der Arbeit – und eine ordentliche technische Ausstattung. Um das durchzusetzen, sind Personalräte die zentrale Instanz. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist auch 2021 ein zentrales Thema.

Warum ist der Deutsche Personalräte-Preis aus Ihrer Sicht wichtig?

Die Arbeit der Interessenvertretungen verdient aus meiner Sicht mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung, als sie sie bislang bekommt. Schließlich sind engagierte und kompetente
Personalvertretungen nicht nur in einer Ausnahmesituation wie der jetzigen für die Beschäftigten da. Daher ist dieser Preis sehr wichtig. Ich freue mich jedes Jahr auf die  Jurysitzung und vor allem auf die freudigen Gesichter im Rahmen der Preisverleihung beim Schöneberger Forum.

Wieso sollten sich Gremien bewerben?

Es ist eine gute Gelegenheit, um mit der oft kleinteiligen Arbeit sichtbar zu werden. Auch über die eigene Dienststelle hinaus. Und das gilt nicht nur für die Gremien, die am Ende gewinnen. Allein das Zusammenkommen der von der Jury nominierten Projekte bei der Preisverleihung bewirkt, dass sich die Kolleginnen und Kollegen untereinander austauschen können. Insofern geht es nicht nur darum, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.

Welches Projekt ist Ihnen aus den letzten Jahren besonders in Erinnerung geblieben?

Da gibt es natürlich gleich mehrere Projekte. Spontan fällt mir der Personalrat des Klinikums Augsburg ein, der 2017 den Preis in Gold gewonnen hat. Durch sein Engagement
wurde ein geplantes Outsourcing von 800 Mitarbeitern verhindert, das war großartig. Und nicht erst seit Corona wissen wir ja, dass wir im Gesundheitsbereich gute und attraktive Arbeitsbedingungen brauchen.

Womit beschäftigt sich das Schöneberger Forum am 3. und 4.11.2021?

Im Mittelpunkt steht das Thema Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen und privatisierten Sektors. Viel zu oft werden Kolleginnen und Kollegen angegangen oder gar angegriffen. Gewalt gegen Beschäftigte im Dienst der Gesellschaft scheint für viele von ihnen fast schon zum Alltag zu gehören. Anfang 2020 haben wir die Initiative »Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch« gestartet und werden die Problematik beim Schöneberger Forum 2021 aufgreifen. Wir wollen aufzeigen, welche Möglichkeiten Personalräte haben, um Beschäftigte zu schützen und Betroffenen zu helfen.

► Zum Interview in: Personalrat 5/2021, S. 27.

► Letzte Chance: Jetzt noch bis zum 31.Mai bewerben!

 

 

 

 

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