Teilnehmer am Deutscher Personalräte-Preis 2024
| Projekt: | Unterstützung hilfsbedürftiger Beschäftigter |
| Bewerber/in: | Personalrat des Bundesrechnungshofes |
| Beschäftigtenzahl: | mehr als 1000 |
| Projektzeit: | 6/2022 bis 12/2023 |
Kurzbeschreibung
Beschäftigte haben sich in schwierigen, herausfordernden persönlichen Situationen unmittelbar oder mittelbar über andere Beschäftigte an die Personalvertretung mit der Bitte um - auch finanzielle - Unterstützung gewandt. Die Erkrankung eines Kindes, eine Trennung mit anschließender Wohnungssuche, der Tod eines nahen Angehörigen, die Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz oder eine Teildienstfähigkeit sind Beispiele dafür. Andere staatliche Hilfen oder Versicherungsleistungen kamen zum Zeitpunkt der Bitte an die Personalvertretung noch nicht oder gar nicht in Betracht. Wir haben dann über E-Mail oder auf Personalversammlungen dazu aufgerufen, Spenden für die Beschäftigten in der Notlage zur Verfügung zu stellen, um eine erste fürsorgliche Unterstützung zu gewähren und die gröbsten Sorgen zunächst zu lindern.
Motiv
Der Tod eines Personalrats- und Gewerkschaftsmitglieds war der Auslöser, aktiv zu werden. Unsere Kollegin hatte sich in verschiedenen Verwendungen ihrer beruflichen Laufbahn stets für die Belange der Beschäftigten eingesetzt. Ihr war es stets eine Herzensangelegenheit, den Beschäftigten gute und soziale Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen und auch im Einzelfall zu helfen. Aus dem Nachlass unseres Personalrats- und Gewerkschaftsmitglieds erhielten wir eine Spende in Höhe von 10.000 Euro, die den Beschäftigten unserer Dienststelle zugutekommen sollte.
Vorgehen
Wir haben nach einer geeigneten Lösung gesucht, um den Geldbetrag im Sinne unserer verstorbenen Kollegin einzusetzen und für die Beschäftigten einzusetzen. Durch Recherchen wurden wir auf einen Hilfsfonds der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Süd- und Nordbaden aufmerksam. Die Kolleginnen und Kollegen hatten die Möglichkeit geschaffen, hilfsbedürftige Beschäftigten durch Darlehen oder einmalige Geldbeträge zu unterstützen. Sie haben uns dankenswerterweise ihre Satzung zur Verfügung gestellt. Anschließend haben wir in enger Abstimmung mit der in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaft VBOB deren Unterstützung zur Gründung der Institution eingeholt. Nächste Schritte waren Kontakte zum zuständigen Finanzamt, um einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der von der Steuer befreit ist und mit einer Bank die nötigen Kontoverbindungen aufzubauen. Im Rahmen der vertrauensvollen Zusammenarbeit hat der Präsident des Bundesrechnungshofes die Errichtung dieser sozialen Einrichtung unterstützt. Abschließend folgte der Gründungsbeschluss durch eine Mitgliederversammlung.
Ergebnis
Das Ergebnis des Projekts ist die Errichtung des "Wir-im-BRH Christine-Derissen-Unterstützungsfonds". Dieser gemeinnützige Verein kann unverschuldet in Not geratenen Beschäftigten, ihren Angehörigen und Auszubildenden in der Dienststelle durch zinslose Darlehen oder einmalige Beträge unterstützend helfen. Zudem ehren wir damit das Andenken an unsere verstorbene Kollegin, die als engagiertes Mitglied des Personalrats und der Gewerkschaft für die Beschäftigten eingetreten ist.