Teilnehmer am Deutscher Personalräte-Preis 2024

Projekt: Bauhofmesse
Bewerber/in:

Personalrat der Stadt Nürnberg - Baureferat

Beschäftigtenzahl: 501 bis 1000
Projektzeit: 7/2023  

 

Kurzbeschreibung

Der Personalrat hat einen Messetag organisiert, bei dem er seine Schwerpunkte vorgestellt hat. Zudem haben alle betreuten Dienststellen die Möglichkeit gehabt über Kurzvorträge oder Messestände ihre Arbeit zu zeigen.
 

Motiv

Durch Fluktuation, Aufgabenmehrung, Aufgabenänderung und Personalaufbau hat in den letzten Jahren das Zusammengehörigkeitsgefühl ("Wir-Gefühl") sehr gelitten. Die Konkurrenz mit der Bauwirtschaft und anderen öffentlichen Arbeitgeberinnen war und ist stark. Es stellte sich die Frage, was es ausmacht für die Kommune zu arbeiten, was eigentlich die anderen Abteilungen und Dienststellen machen und wer eigentlich die Menschen sind, die man seit Corona nur noch über Videokonferenzen sieht. Auch für den Personalrat war das fehlende WIR-Gefühl eine Schwierigkeit, da die Erwartungshaltung immer kleinteiliger wurde und die Beschäftigten nicht umreißen konnten, was eine Änderung in ihrem Bereich für die Belastung vieler anderer Bereiche bedeutet. Eine Weitergabe von Überlastungssituationen von einem Bereich zum anderen kann nicht die Lösung sein. Für gemeinsame Lösungen der vielen Herausforderungen war und ist es aber nötig, dass Beschäftigte die Chance erhalten das Ganze zu umreißen und dann nicht nur für sich, sondern auch für andere bessere Arbeitsbedingungen und sinnstiftende Arbeit gemeinsam mit dem Personalrat einzufordern.
 

Vorgehen

Klärung mit der Leitung des Geschäftsbereichs, damit die Veranstaltung innerhalb der Arbeitszeit stattfinden konnte und die Führungskräfte bereit waren Beschäftigte für die aktive Teilnahme an der Veranstaltung freizustellen. Anschließend Werbung für den Nutzen bei den Dienststellen und den Beschäftigten. Um die Teilnahmeschwelle zu verringern wurden Räume in direkter Nähe gesucht. Um das Angebot attraktiver zu gestalten wurden von Kollegen Führungen angeboten.
 

Ergebnis

Es kamen deutlich mehr Beschäftigte als gedacht (überschlägig etwa 50 %, was auch der Teilnahmequote an den Personalversammlungen entspricht). Die "Aussteller" haben sich gefreut ihre Arbeit vorzustellen und für ihre Themen zu werben. Die Vortragenden hatten die Chance aufzuzeigen wo ihnen der Schuh drückt und warum es an manchen Schnittstellen knirscht. Der Personalrat konnte seine Themen zusätzlich zu Veröffentlichungen und Personalversammlung in einem positiv wahrgenommenen Rahmen näherbringen. Es entstanden zahlreiche bereichsübergreifende Gespräche, Kontakte und auch Beratungen durch Personalrat und Gewerkschaft. Trotz stark gestiegenem Homeoffice- und Teilzeitanteil konnte die Teilnahme an der drei Monate später stattfindenden Personalversammlung sogar leicht gesteigert werden. Gefühlt hat auch der Wechsel zu anderen Geschäftsbereichen oder Arbeitgeberinnen abgenommen und gleichzeitig die kritische Auseinandersetzung mit Prozessen und den eigenen Arbeitsbedingungen zugenommen sodass bisher blinde Flecken auf unserer Karte sich auf einmal an den Personalrat gewandt haben