Gleichbehandlung

Statistisches Bundesamt: Lohnlücke schrumpft

17. Februar 2025 Gehalt, Entgelt, Gender Pay Gap
Geld
Quelle: pixabay

Im Vergleich zu den Durchschnittsgehältern 2023 ist die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern – der sog. »Gender Pay Gap« – 2024 so stark zurückgegangen wie noch nie seit Beginn der Berechnungen im Jahr 2006. Das teilt das Statistische Bundesamt mit. 

Die Statistikbehörde unterscheidet zwischen »unbereinigtem Gender Pay Gap« und »bereinigtem Gender Pay Gap«. 

Der »unbereinigte Gender Pay Gap«, also die Lücke, die Qualifikationen u.ä. außen vor lässt, ist um zwei Prozentpunkte gesunken – der stärkste Rückgang seit Beginn der Berechnungen im Jahr 2006. Dabei ging Gehaltslücke in den westlichen und östlichen Bundesländern gleichermaßen um zwei Prozentpunkte zurück. Der unbereinigte Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern ist im Osten weiterhin deutlich kleiner als im Westen: Im Osten lag er im Jahr 2024 bei 5 % und im Westen bei 17 %.

Frauen haben im Jahr 2024 in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 16 % weniger verdient als Männer. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhielten Frauen mit 22,24 Euro einen um 4,10 Euro geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdienst als Männer (26,34 Euro). 

Bruttomonatsverdienste bei Frauen mit größerem Anstieg

Der Rückgang des »unbereinigten Gender Pay Gaps« ist vor allem auf die stärkere Entwicklung der Bruttomonatsverdienste (ohne Sonderzahlungen) von Frauen zurückzuführen. Im Jahr 2024 stiegen die Bruttomonatsverdienste der Frauen gegenüber 2023 um rund 8 % von durchschnittlich 2633 Euro auf 2851 Euro. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Männern stieg schwächer um rund 5 % von 3873 Euro auf 4078 Euro. Die durchschnittlichen monatlichen Arbeitszeiten von Frauen und Männern erhöhten sich nur geringfügig. Sowohl Frauen als auch Männer arbeiteten im Jahr 2024 mit 122 beziehungsweise 149 Stunden im Durchschnitt etwa eine Stunde mehr pro Monat als im Jahr 2023.

»Bereinigter Gender Pay Gap« stabil gegenüber Vorjahreswerten

Der »bereinigte Gender Pay Gap« weist dagegen unverändert eine Gehaltslücke der weiblichen Beschäftigten von 6 % gegenüber ihren Kollegen auf. Das bedeutet: Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien wie Männer verdienten im Schnitt weiterhin 6 % weniger pro Stunde

Die aktuellen Zahlen lassen vermuten, dass Frauen inzwischen verstärkt in besser bezahlten Berufen und Branchen arbeiten. Allerdings sind Frauen noch immer häufiger in Teilzeit beschäftigt, was in der Regel mit geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten einhergeht. Dies macht laut dem Statistischen Bundesamt rund 19 % des Verdienstunterschieds, etwa 12 % der Verdienstlücke lassen sich durch das Anforderungsniveau des Berufs erklären.

Die verbleibenden 37 % des Verdienstunterschieds (1,52 Euro von 4,10 Euro) können nicht durch die im Schätzmodell verfügbaren Merkmale erklärt werden. Dieser unerklärte Teil entspricht dem bereinigten Gender Pay Gap von 6 % (westliche Bundesländer: 6 %, östliche Bundesländer: 8 %). Es ist laut Statistischem Bundesamt jedoch davon auszugehen, dass die Unterschiede geringer ausfallen würden, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analyse zur Verfügung stünden. Dazu gehören Angaben zu Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Schwangerschaft, der Geburt von Kindern oder der Pflege von Angehörigen. Der bereinigte Gender Pay Gap sei daher als Obergrenze für eine mögliche Verdienstdiskriminierung von Frauen zu verstehen.

Die Ergebnisse zum Gender Pay Gap basieren auf den Erhebungen eines repräsentativen Monats. Im Berichtsjahr 2024 handelt es sich dabei um den April. 

Mehr Zahlen dazu finden Sie hier

Quelle: 

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 13.2.2025

© bund-verlag.de (mst)

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