Nominierte im Interview

»Es ist wichtig, zusammenzuarbeiten«

29. Januar 2025
PR_Melibokusschule

Der Personalrat (PR) der Melibokusschule entwarf eine Dienstvereinbarung (DV), um die Mehrarbeit an der Schule zu regeln. Für dieses Projekt wurde der PR im Rahmen des Deutschen Personalräte-Preises 2024 nominiert.

Warum wurde der PR aktiv?
Es gibt keine konkrete Definition von »Mehrarbeit « an den hessischen Schulen, ebensowenig eine Defintion des Begriffs »Minderarbeit «. Der PR wurde aktiv, um den Begriff »Mehrarbeit« an unserer Schule transparent zu machen, Möglichkeiten des Ausgleichs aufzuzeigen, eine Gleichbehandlung herbeizuführen und somit Differenzen vorzubeugen.
 

Sie befragten die Mitarbeitenden zu dem Thema. Was war das Ergebnis?
Uns wurde klar, dass eine dringende Notwendigkeit bestand, den Begriff »Mehrarbeit« transparent zu machen. Durch die Intransparenz des gesamten Themas war der Wunsch nach einer konkreten Definition sowie einer schriftlichen Vereinbarung über einen Ausgleichsmodus gewünscht (»Wie beantrage ich den Ausgleich?/Welche Möglichkeiten gibt es zum Ausgleich?«). Gerade bei diesem Thema stand das Kollegium zuvor oft als Bittsteller vor der Schulleitung (SL), für manche Kollegen und Kolleginnen ein belastender Sachverhalt. Darüber hinaus bestand der Wunsch nach einer gleichmäßigen und transparenten Verteilung der zusätzlichen Aufgaben auf das gesamte Kollegium.

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Wie war die Zusammenarbeit mit der Schulleitung?
Da es vor unserer DV oft zu langen und emotionalen Diskussionen mit der SL kam, die Unzufriedenheit, aber auch die extreme Belastung einzelner Kollegen und Kolleginnen spürbar waren, stieg die SL schnell mit ins Boot. Zudem hatte auch die SL grundsätzlich den Wunsch nach Gleichbehandlung und höchstmöglicher Transparenz.

Wird der PR seit dem Abschluss des Projekts anders wahrgenommen?
Das ist eine gute Frage. Es gibt unterschiedliche Parteien und damit auch unterschiedliche Wahrnehmungen: Die SL hat uns in dem Prozess als ernstzunehmenden Partner kennen und schätzen gelernt. Im Kollegium gibt es eine Reihe von Beschäftigten, die sich durch die DV deutlich gestärkt sehen und dies uns gegenüber auch so kommuniziert haben. Dennoch gibt es noch immer Kollegen und Kolleginnen, die die DV bislang nicht gelesen haben. Da ist einerseits die Bequemlichkeit zu nennen (der PR hilft im Zweifel sowieso), andererseits aber auch weiter das bedrückende Gefühl, mit dem Vorgesetzten in direkte Verhandlungen zu gehen. Der Kontakt über den PR wird oft bevorzugt. Durch die Bewerbung und Nominierung zum Deutschen Personalräte- Preis haben wir aber auch von anderen Gremien eine Wertschätzung erhalten.

Was haben Sie als PR für Ihre PR-Arbeit gelernt?
Wir nehmen uns nun anders wahr. In diesem Projekt hat sich der PR proaktiv für das Kollegium als Ganzes stark gemacht. Zudem haben wir gelernt, dass es wichtig ist, mit der SL zusammenzuarbeiten. Nur so kann man für die eigene Schule Dinge erreichen. Zusammenarbeit bedeutet nicht die Unterordnung unter die Wünsche/Meinung der SL, Zusammenarbeit bedeutet das Beachten der Rechte und Pflichten, aber auch das Abwägen unterschiedlicher Meinungen, das Diskutieren von Möglichkeiten, das Finden von Kompromissen. Die Arbeit auf Augenhöhe und die gegenseitige Toleranz sind extrem wichtig, um zu akzeptablen Ergebnissen zu kommen. Es ist auch ganz essentiell, dass sich die SL nicht angegriffen fühlt. Um etwas erreichen zu können, müssen im Vorfeld die Wünsche/ Ideen von beiden Seiten (Kollegium und SL) abgefragt werden. Wertschätzung funktioniert nur in beide Richtungen.

Der Personalrat 1/2025, S.6
 

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