Was tun bei psychischer Belastung? 5 Tipps für einen besseren Umgang
Tipp 1: Stressfaktoren herausfinden
Oft hilft es schon, sich bewusst zu machen, welche Situationen und Aufgaben Stress auslösen. Frage dich: Wann fühle ich mich besonders gestresst? Liegt die Belastung eher an der Arbeit im Betrieb oder an den Anforderungen in der Berufsschule? Spielen eventuell private Faktoren eine Rolle? Was kann ich tun, um Stress vorzubeugen oder besser mit ihm umzugehen?
Tipp 2: Um Hilfe bitten
Sprich offen mit deinen Vorgesetzten oder anderen Beschäftigten über Herausforderungen und Fragen. Oft können sie dich unterstützen oder dir hilfreiche Tipps geben. Schon anzusprechen, dass bestimmte Aufgaben besonders schwierig sind oder du noch Unterstützung benötigst, kann entlasten. Auch wenn du dich durch die Art und Menge der Aufgaben überfordert fühlst, solltest du das offen kommunizieren. Ausbilder erkennen nicht immer sofort, wenn sie Auszubildenden zu viel Verantwortung übertragen. Darüber hinaus kann der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen oder anderen Auszubildenden Mut machen und zeigen, dass du mit deinen Herausforderungen nicht allein bist.
Scheue dich auch nicht, den Betriebsrat oder die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) um Unterstützung zu bitten. Wenn die Belastung beispielsweise durch lange Arbeitszeiten, häufige Überstunden ausbildungsfremde Tätigkeiten oder andere Probleme bei den Ausbildungsbedingungen entsteht, sind sie wichtige Ansprechpersonen. Sie vertreten die Interessen der Auszubildenden und setzen sich dafür ein, dass die gesetzlichen und tariflichen Regelungen eingehalten werden.
Wenn du das Gefühl hast, den Stress nicht mehr allein bewältigen zu können, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Dafür gibt es entsprechende Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Tipp 3: Zeitmanagement und Struktur
Eine gute Tagesstruktur hilft dabei, stressige Situationen zu vermeiden. Organisiere deine Aufgaben daher sinnvoll und setze klare Prioritäten. Ebenso wichtig sind feste Pausen, um neue Energie zu tanken.
Tipp 4: Schütze deine Ressourcen
Berufsschule, die Arbeit im Betrieb sowie Zeit für Familie und Freunde unter einen Hut zu bringen, kann schnell zu viel werden. Umso wichtiger ist es daher, auf den Körper und seine Bedürfnisse zu achten. Nimm dir regelmäßig Zeit, um herauszufinden, was dir persönlich hilft, abzuschalten und neue Energie zu tanken. Während manche Menschen bei einem kurzen Mittagsschlaf, einem guten Buch oder Atemübungen entspannen, finden andere in Yoga, Meditation oder einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft einen Ausgleich.
Besonders wirksam ist körperliche Bewegung: Sport hilft dabei, Stresshormone abzubauen und die Stimmung zu verbessern. Am besten suchst du dir eine Sportart aus, die dir Spaß macht. Vielleicht findest du auch einen Trainingspartner oder eine Trainingspartnerin. Gemeinsam fällt es oft leichter, dranzubleiben.
Gönne dir auch ausreichend Schlaf, um bereit für den Arbeitsalltag zu sein und achte auf eine gesunde sowie ausgewogene Ernährung.
Tipp 5: Stoppe das »Overthinking«
Die Ausbildung ist ein wichtiger Teil deines Lebens, aber sie ist nicht alles. Fehler, Rückschläge oder schwierige Situationen gehören dazu und sind meist weniger schlimm, als sie im ersten Moment erscheinen. Sei deshalb nicht zu streng mit dir, wenn etwas einmal nicht wie geplant läuft. Vieles, was im Alltag passiert, liegt nicht in deinem Einflussbereich, und lässt sich daher auch nicht kontrollieren.
Versuche, dich nicht zu lange mit Dingen zu beschäftigen, die nicht gelungen sind. Stärke stattdessen deine Selbstrelexion und gebe deinen Gedanken Raum – etwa in dem du sie aufschreibst oder mit einer dir vertrauten Person darüber sprichst. Halte fest, was du aus einer Situation lernen konntest. So gewinnst du Abstand, kannst Erfahrungen besser einordnen und den Blick wieder nach vorne richten.
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