Herausforderungen beim Einsatz von KI
Künstliche Intelligenz (KI) ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie ist Realität und prägt die Arbeitswelt in einem Tempo, das vor wenigen Jahren noch undenkbar war. Ob in der Personalverwaltung, der Produktion oder der internen Kommunikation: Systeme mit KI-Funktionalitäten übernehmen Aufgaben, die früher ausschließlich Menschen vorbehalten waren. Unternehmen setzen sie ein, um Prozesse zu automatisieren, Entscheidungen schneller und vermeintlich objektiver zu treffen und um Kosten zu senken. Die Versprechen sind groß: Effizienzsteigerung, Entlastung der Beschäftigten und neue Möglichkeiten für Innovationen.
Doch diese Entwicklung hat eine Kehrseite: Wo Chancen entstehen, lauern auch Risiken – und diese sind keineswegs theoretisch. Fehlerhafte Entscheidungen aufgrund mangelhafter Daten, Datenschutzverstöße durch unbedachte Eingaben oder Sicherheitslücken in komplexen Systemen können gravierende Folgen haben. Für Betriebs- und Personalräte bedeutet das eine neue Verantwortung: Sie müssen nicht selbst zu KI-Experten werden, aber sie müssen die typischen Gefahren kennen, die mit dem Einsatz dieser Technologien verbunden sind. Nur so können sie klare Regeln einfordern, die Mitbestimmung sichern und die Interessen der Beschäftigten schützen. Denn eines bleibt unverändert – auch im KI-Zeitalter: Die Verantwortung für den Schutz der Arbeitnehmerrechte und die Überwachung der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben liegt weiterhin bei den Arbeitnehmervertretungen.
Fehlerhafte Daten
KI-Systeme basieren auf Daten, die zum Training der KI genutzt werden. Sind diese Daten fehlerhaft, unvollständig oder veraltet, können falsche Ergebnisse entstehen. Viele KI-Systeme, vor allem zur Generierung von Texten oder zur Beantwortung von allgemeinen Fragen, werden mit Daten bis zu einem Stichtag trainiert. Das führt dazu, dass das Modell zwar die Sprache sehr gut analysieren und generieren kann, jedoch stoßen die KI-Modelle gerade bei aktuellen Fragestellungen zu Fakten schnell an ihre Grenzen, da dies ihren Wissenshorizont in den Trainingsdaten überschreitet.
Die Antwort auf eine Frage ist oft eine sehr gut formulierte Aussage, die sachlich falsch ist. Gerade bei größeren Anbietern von KI-Modellen wird versucht, das Problem mithilfe von Internetrecherchen durch das KI-System zu umgehen. Zusätzlich gibt es Daten, die durch die Anwender oder das eigene Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Um qualitativ hochwertige, praxistaugliche Ergebnisse produzieren zu können, muss die KI auch hochwertige Daten als Grundlage haben. Dementsprechend muss eigenes Wissen organisiert und der KI strukturiert zur Verfügung gestellt werden. Gerade die Pflege dieser internen Daten ist ein oft unbeachteter Aufwand, der schnell zu Risiken beim Einsatz von KI führen kann.
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Weitere Fehlerquellen und Sicherheitsrisiken beim KI-Einsatz wie übermäßige Automatisierung und Handlungsempfehlungen für Interessenvertretungen lest Ihr im Titelbeitrag von Kevin Wagner in der »Computer und Arbeit« (CuA) 2/2026 ab Seite 8. Abonnent*innen können den vollständigen Beitrag hier lesen.
Außerdem im Titelthema der CuA 2/2026:
- So haften Beschäftigte beim Einsatz von KI von Stephanie Törkel
- Beschäftigte vor Haftungsrisiken schützen von Raphael Lugowski
- Checkliste für die KI-Nutzung am Arbeitsplatz von Raphael Lugowski
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