Zusatzleistungen

Benefits: Relevante Lockmittel für Azubis

15. Mai 2026
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Quelle: contrastwerkstatt_Dollarphotoclub

Wettbewerb um die Jungen: Um sich als attraktive Arbeitgeber auf dem Ausbildungsmarkt zu positionieren, bieten Unternehmen immer öfter Zusatzleistungen zum Entgelt an: ein Jobticket oder Weiterbildungen. Aber auch Hinweise auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, flexible Arbeitszeiten, das Angebot vermögenswirksamer Leistungen nehmen seit 2019 stetig zu. Ergeben hat das eine bundeweite Analyse von über sechs Millionen Online-Stellenanzeigen.

Bei der Wahl des Arbeitgebers spielen »Benefits« wie ein Jobticket aber eher eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist das Gesamtpaket, wie eine Befragung junger Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergab. Sie wurden gefragt, welche Informationen in der Stellenanzeige für eine Ausbildung ihnen wirklich wichtig sind. An der Spitze stehen die konkreten Tätigkeiten, die Höhe der Ausbildungsvergütung, die Arbeitszeiten sowie der Arbeitsort. Auch eine authentische Beschreibung der Unternehmenskultur sowie Angaben zum möglichen Gehalt nach der Ausbildung sind von Interesse. Sonderleistungen belegen in der Prioritätenliste nur Platz acht von zehn.

Zusatzleistungen als Kompensation

Das zeigt: Benefits können sinnvoll bei der Anwerbung sein, sie verdrängen aber nicht die „hard facts“. Arbeitgeber sollten auf Marketing-Nebelkerzen verzichten und Aspekte in den Fokus stellen, auf die Junge Leute bei der Berufsorientierung Wert legen. Fabian Schaffer, Experte der Bertelsmann Stiftung für berufliche Bildung, weist darauf hin: Zusatzleistungen rechneten sich vor allem als Kompensation: etwa ein Fahrtkostenzuschuss, wenn der Standort des Ausbildungsbetriebs weit vom Wohnort des Azubis entfernt liegt.

Welche Leistungen beliebt sind

Auf positive Resonanz stoßen entgeltähnliche Benefits, Weiterbildungen und Angebote zur Gesundheitsförderung. Aber es fehlt etwas: 40 Prozent der Befragten geben an, auf gute Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge Wert zu legen. Dazu gibt es aber nur in 22 Prozent der online beworbenen Azubistellen Hinweise. Hier können Ausbildungsbetriebe bei jungen Bewerber*innen punkten. Helen Renk, Expertin der Bertelsmann Stiftung für berufliche Bildung, betont: »Es ist wichtig, die Attraktivität der Berufsausbildung hochzuhalten. Unternehmen sollten daher bereits in der Ausschreibung einer Lehrstelle deutlich machen, welche mittel- und längerfristigen Vorteile die Ausbildung bietet.« Wer besonders nachgefragte Zusatzleistungen in ein überzeugendes Gesamtpaket für Azubis schnürt, hat die Nase auf dem Ausbildungsmarkt vorn (Quelle: PM Bertelsmann-Stiftung). 

© bund-verlag.de (be)

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