Solidarisch Jobs gerettet
Für uns ging es über Jahrzehnte immer nur bergauf“, sagt Peter Mißbach, Vorsitzender des Betriebsrats bei GSK Biologicals in Dresden. Das Unternehmen stellt Grippe- und Reiseimpfstoffe her, vor allem für den Export in die USA und innerhalb der EU. Rund 800 Menschen arbeiten am Standort in Dresden, der zum Pharmakonzern GlaxoSmithKline gehört. „Das Unternehmen war gesund“, sagt Mißbach. „Und dann kam die Pandemie.“
Durch Lockdowns und Reisebeschränkungen brach der Markt für Reiseimpfungen ein. Gleichzeitig sank weltweit die Impfbereitschaft, die Auswirkungen sind noch immer zu spüren. Im Laufe des Jahres 2023 erklärte die WHO dann auch noch einen Grippestamm für ausgerottet. Dementsprechend wird auch der Impfstoff dagegen nicht mehr benötigt. Die Folge: Nachfrage und Produktion brachen um über die Hälfte ein. Bei einer Kapazität von über 100 Millionen Impfdosen im Jahr produzierte GSK in Dresden zuletzt nur noch knapp 40 Millionen Dosen. „Der erste Gedanke, der einer Unternehmensführung dann kommt, ist, Stellen abzubauen“, sagt Peter Mißbach, seit 2021 Vorsitzender des Betriebsrats.
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Der Betriebsrat hat einen großen Aufwand betrieben. 24 Arbeitstage hat das insgesamt 13-köpfige Gremium eingesetzt, um die Situation zu analysieren und die Betriebsvereinbarungen auszuarbeiten, am Ende stapelten sich 134 Dokumente. Der Betriebsrat konnte durch sein Engagement betriebsbedingte Kündigungen verhindern und erhielt dafür eine Nominierung beim Deutschen Betriebsräte-Preis im vergangenen Jahr.
„Die Aufgabe an sich war sehr unerfreulich“, sagt Mißbach. „Aber sie hat das Team zusammengeschweißt. Das war absolut cool.“
Von Martin Kaluza, Mitbestimmung 1/2025, S.40f.
► Zum AiB-Podcast mit Peter Mißbach und Eric Jacob (ab Minute 23:04)
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